Mit Katzensteuer Mäuse machen

DÜSSELDORF - Hundesteuer gibt es schon lange, warum nicht auch eine Katzensteuer? Einige Städte in Nordrhein-Westfalen erörtern die Einführung einer Steuer auf Stubentiger, um ihre Einnahmen aufzubessern.

Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Kai Abruszat, forderte in einer Kleinen Anfrage von der rot-grünen Landesregierung eine Stellungnahme, wie sie zu einer Katzensteuer steht. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sieht für eine kommunale Katzensteuer kaum Chancen. „Wir dürfen bei neuen Steuern die Schraube nicht überdrehen“, sagte er.

Im Stadtrat von Porta-Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke) habe die CDU die Katzensteuer bereits öffentlich propagiert, erklärte Abruszat gestern. 20 Euro pro Jahr und Katze seien dort vorgeschlagen worden. Neben zusätzlichen Einnahmen erhoffe man sich damit auch Unterstützung für örtliche Tierheime, die sich um wildlebende Katzen kümmern, sie einfangen und kastrieren. Abruszat selbst ist erklärter Gegner einer Katzensteuer: „Dieser ganze Wildwuchs von Steuererfindungen ist nichts anderes als Ausdruck der puren Verzweiflung.“

Jäger betonte, das Vorhaben einer Katzensteuer müsse vom Land genehmigt werden. Ein Antrag liege in Düsseldorf noch nicht vor. Es gebe aber genug Gründe gegen eine Genehmigung. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass sich die Finanzlage der Stadt Porta Westfalica durch die Einführung einer Katzensteuer erheblich verbessere.

Auch in Bornheim bei Bonn und im niederrheinischen Tönisvorst wurde bereits die Einführung einer Katzensteuer diskutiert – die Vorschläge kamen von Bürgern. Stadtverwaltungen befürchten aber, dass infolge einer Steuer immer mehr Katzen ausgesetzt werden könnten und die Katzenpopulation damit rasant ansteigen würde. Zudem gilt der Verwaltungsaufwand für eine Katzensteuer als sehr hoch.

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes leben rund 8,2 Millionen Katzen in deutschen Haushalten. Hinzu kommen noch einmal zwei Millionen wildlebende Katzen. Zum Vergleich: Rund 5,2 Millionen Hunde werden in Deutschland gehalten. Die Tierheime seien überfüllt mit Katzen, sagte die Pressesprecherin des Tierschutzbundes, Marion Dudla. Auch dort sieht man die Einführung einer Katzensteuer kritisch. Aus den Erfahrungen der Hundesteuer wisse man, dass solche Steuern selten zweckgebunden für Tierschutz verwendet werden, sagte Dudla. - dpa

Quelle: wa.de

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