Kartellamt legt kräftig nach

Zwei Konzerne und vier NRW-Brauereien im Visier

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BONN - Das Bundeskartellamt holt wegen verbotener Absprachen zum nächsten Schlag gegen die Bierbranche aus. "Wir werden das Verfahren binnen weniger Wochen zum Abschluss bringen, sicherlich noch im ersten Quartal", sagte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Bereits Mitte Januar hatte das Bonner Amt Bußgelder in Höhe von 106,5 Millionen gegen Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und die westfälische Privatbrauerei Barre verhängt. In der nächsten Runde werde die Bußgeldsumme noch einmal "ganz erheblich steigen", zitierte die "FAZ" den Kartellamtspräsidenten. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Brauereien nach diesem Verfahren noch einmal in Absprachen wagen werden."

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Dass nach dem Schlag der Kartellwächter die Bierpreise sinken, ist aber nach Expertenansicht nicht zu erwarten. Der deutsche Biermarkt ist seit Jahren von Absatzrückgängen und erheblichen Überkapazitäten geprägt. 2012 sank der Absatz laut Statistischem Bundesamt mit rund 96,5 Millionen Hektolitern auf die niedrigste Menge seit der Wiedervereinigung.

Zurzeit ermittelt die Behörde noch gegen zwei Brauereikonzerne und vier regionale Brauereien aus Nordrhein-Westfalen. Das Kartellamt nennt zwar keine Namen, aber Angaben aus der Branche zufolge soll es sich bei den Konzernen um die Radeberger-Gruppe (Oetker) und Carlsberg (Holsten) handeln.

Nach den Ermittlungen der Wettbewerbsbehörde hat die Branche bei persönlichen und telefonischen Kontakten Preiserhöhungen für Fass- und Flaschenbier abgesprochen. Bei Flaschenbier sei 2008 eine Preiserhöhung für den Kasten Bier um einen Euro vereinbart worden.

Für Fassbier gab es nach den Ermittlungen Absprachen über Preiserhöhung 2006 und 2008 von jeweils fünf bis sieben Euro pro Hektoliter (100 Liter). Ausgelöst worden war das Verfahren durch Informationen des ebenfalls am Kartell beteiligten Beck's-Herstellers Anheuser-Busch InBev, der als Kronzeuge ohne Geldbuße bleibt. - dpa

Quelle: wa.de

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