Auf dem Kanal von NRW nach Berlin verschwindet der Engpass

MÜNSTER - Mehr Platz auf Deutschlands Wasserstraßen: Der Bund will den Weg zwischen dem Rhein und Berlin für große Frachtschiffe durchgängig befahrbar machen. Das letzte Nadelöhr bildet eine etwa 80 Kilometer lange Strecke des Dortmund-Ems-Kanals zwischen Datteln und dem Abzweig zum Mittellandkanal bei Rheine.

Sie wird seit einigen Jahren von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ausgebaut. Die Planer nehmen nun den letzten Engpass der Kanalstrecke in Münster in Angriff. "Es geht um den Ausbau eines vier Kilometer langen Teilstücks", sagte die für das Projekt verantwortliche Ingenieurin Christine Wiese vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine der Nachrichtenagentur dpa.

Der Dortmund-Ems-Kanal ist den Angaben zufolge in Münster bisher nicht breit und tief genug. "Es geht um die großen Schiffe", erklärte Wiese. "Sie können bisher nur mit Einschränkungen die ganze Strecke befahren. Es ist zum Beispiel nicht möglich, in vollem Umfang Ladung aufzunehmen." Der Kanal solle künftig breit und tief genug sein, damit bis zu 110 Meter lange Schiffe und bis zu 185 Meter lange Schubverbände fahren und sich begegnen können, sagte die Ingenieurin. Dann sollen 11,45 Meter Breite und 2,80 Meter Tiefgang möglich sein. "Jedes dieser großen Schiffe kann so viel Fracht aufnehmen wie 100 Lastwagen."

Die Planer hatten andere Kanalabschnitte vorgezogen, weil die Bauarbeiten im dicht besiedelten Münster als besonders aufwendig gelten. Acht Brücken, die zum Teil zu den Hauptverkehrsachsen der Universitätsstadt zählen, müssen nach und nach neu gebaut werden. Die Vorarbeiten sollen im September beginnen. Das Projekt ist auf zehn Jahre angelegt und wird komplett aus Bundesmitteln bezahlt. Die Kosten werden auf 120 Millionen Euro veranschlagt. Im Jahr 2011 passierten 12,2 Millionen Tonnen Fracht die Kanalschleuse in Münster. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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