Juwelier-Überfall in Wuppertal:

Angestellte stirbt - Täter-Duo aus Belgien gestellt 

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Polizisten nehmen am Mittwoch in Niederembt Verdächtige fest. Sie sollen bei einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in Wuppertal an diesem Tag eine 33 Jahre alte Angestellte erschossen haben.

WUPPERTAL - Am helllichten Tag überfallen Räuber einen Juwelier in Wuppertal. Schüsse fallen, eine Angestellte stirbt. Ihre Kollegin wird schwer verletzt. Die Polizei entdeckt die Flüchtenden und stellt sie. Das Duo kam aus Belgien und war wohl auf dem Weg zurück.

Schüsse im Juweliergeschäft, mitten in der quirligen Fußgängerzone: Eine Verkäuferin stirbt, ihre Kollegin wird von drei Kugeln getroffen und schwer verletzt. Der tödliche Überfall auf einen Schmuckladen in Wuppertal am Mittwoch kurz nach 17 Uhr ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ein Mordfall. Sie wirft den beiden festgenommenen 38 und 22 Jahre alten Männern Mord, versuchten Mord und Raub vor. Inzwischen wurde Haftbefehl erlassen.

"Es bestehen keine Zweifel, dass sie die Täter sind", sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Bei einer polizeilichen Vernehmung gestanden sie die Beteiligung an der Tat, berichtete der Ermittler. Das Duo war aus Belgien angereist und wollte nach dem Verbrechen offenbar wieder dorthin fliehen.

Die 33 Jahre alte Angestellte, die kurz nach dem Überfall starb, war ein Mal in den Oberkörper getroffen worden. Auf ihre jüngere Kollegin waren drei Schüsse ebenfalls in den Oberkörper abgegeben worden. Die 25-Jährige kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Nach einer Notoperation war sie am Donnerstag noch nicht außer Lebensgefahr.

Die Bluttat geschah mitten in der Haupteinkaufszeit. Deshalb bemerkten viele Menschen den Überfall, alarmierten die Polizei, leisteten Erste Hilfe. Die Täter flohen vor den Augen der geschockten Passanten. Der Tatort liegt in einer Ladenzeile zwischen einem Bäcker und einem Spielcasino. Am Donnerstag hatten einige Zeugen schon bei der Polizei ausgesagt und die Männer identifiziert.

Bei der Polizei sagte der 38-Jährige, er habe die Schüsse abgegeben. Beide hätten als Motiv angegeben, dass sie Beute in dem Juweliergeschäft machen wollten. "Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte für persönliche, geschäftliche oder sonstige Beziehungen", betonte der Staatsanwalt.

Der 38-Jährige ist polizeibekannt. Er wurde 2004 in Wuppertal wegen Raubes zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach dem Überfall ermittelt nun eine 16-köpfige Mordkommission.

Die flüchtenden Juwelen-Räuber wurden über 80 Kilometer von Tatort entfernt gestellt. Noch in der Stadt waren sie auf der Autobahn von eine Polizeistreife gesichtet worden. Schließlich stoppte ein Sondereinsatzkommando das Auto des Duos bei Elsdorf zwischen Köln und Aachen. Einer der Männer wurde dabei leicht verletzt. Im Wagen wurde unter anderem eine Schusswaffe entdeckt und Beute aus dem Überfall: "Es ist etwas mitgenommen worden", sagte der Staatsanwalt.

In Wuppertal wird viel spekuliert über das Verbrechen. Denn dass zwei Männer aus Belgien anreisen und mitten am Tag einen Juwelierladen in einer trubeligen Straße ausrauben wollen, klingt nicht schlüssig. "Wieso überfallen die einen Laden mitten in Wuppertal", fragt sich ein Bürger. - dpa

Quelle: wa.de

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