Gemeinsame PK in Berlin

„Wir müssen zurück in den Lockdown“: Spahn und Lauterbach sehen harte Wochen bevor

Sie gelten als die politisch führenden Köpfe im Kampf gegen das Coronavirus: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Karl Lauterbach gaben am Freitag in Berlin eine Pressekonferenz. Darin zeigten sie sich pessimistisch.

Berlin – Mit Spannung wurde am Freitag (19. März) die gemeinsame PK von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet. Beide Politiker gaben ihre Einschätzung zur derzeitigen Corona-Lage in Deutschland ab – und warnten vor harten bevorstehenden Wochen, wie msl24.de* berichtet.

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus* steigen derzeit von Tag zu Tag deutlich an. Am Freitag vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 17.482 neue bestätigte Fälle innerhalb eines Tages. Die 7-Tage-Inzidenz sprang auf 95,6 an. Die Lage ist prekär – dies machten auch Jens Spahn und Karl Lauterbach am Vormittag deutlich.

PersonJens Spahn
AmtGesundheitsminister
GeburtsortAhaus (Kreis Borken)

Jens Spahn: Können keine Lockerungen vornehmen

Zu Beginn der PK machten die Spitzenpolitiker Hoffnungen auf etwaige Lockerungen zunichte. „Die steigenden Fallzahlen können bedeuten, dass wir in den kommenden Wochen keine weiteren Öffnungsschritte vornehmen können. Im Gegenteil vielleicht sogar Schritte rückwärts gehen müssen“, betonte Jens Spahn. Der Gesundheitsminister drängte die Bundesländer dazu, sich auf einheitliche Schritte zu einigen.

Das Virus habe in der vergangenen Woche gezeigt, so Jens Spahn weiter, wie unberechenbar es sei. Zwar verstehe er die Sehnsucht nach Lockerungen, „die gibt es aber nicht“, so der 40-Jährige. „Wir sind in der dritten Welle, die Zahlen steigen, der Anteil der Mutationen ist groß. Es liegen ziemlich herausfordernde Wochen vor uns“, zeichnete der aus dem Münsterland* stammende Minister ein düsteres Bild für die kommenden Wochen.

Karl Lauterbach fordert Lockdown und Verzicht auf Reisen

Der SPD-Gesundheitsexperte pflichtete ihm bei und stellte die klare Forderung auf: „Wir müssen zurück in den Lockdown.“ Je früher Maßnahmen ergriffen würden, desto kürzer würde der Lockdown letztlich dauern. Bis Mitte April rechnet Karl Lauterbach mit einer Inzidenz von 200 in Deutschland – dies würde zu einer Überlastung auf den Intensivstationen führen. Der studierte Epidemiologe forderte die Deutschen zudem auf, über die bevorstehenden Ostertage auf Reisen zu verzichten. „Wenn wir jetzt eine Reisewelle haben, befeuern wir damit die dritte Welle“, sagte er dazu.

Auch zum Thema Impfung äußerten sich die Politiker auf der PK in Berlin. Jens Spahn will ermöglichen, dass das Impfen bei den Hausärzten* bereits ab Mitte April möglich wird. Experten rechneten aufgrund der geringen Impfstoffmenge in Deutschland erst mit einem Start ab Mitte Mai. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir früher in den Hausarztpraxen beginnen können“, so der Bundesgesundheitsminister. Derweil sprachen sich sowohl Spahn, als auch Karl Lauterbach dafür aus, den russischen Impfstoff Sputnik V bald auch in Deutschland zu verwenden.

Jens Spahn und Karl Lauterbach (l.) plädieren dafür, in den Lockdown zu gehen.

„Der Impfstoff ist gut und schnell produzierbar. Wir sollten prüfen, ob eine Notfallzulassung hier möglich ist“, sagte Karl Lauterbach. Er plädierte dafür, die dritte Prüfungsphase auszulassen, um schneller mit der Verabreichung des Impfstoffs beginnen zu können. Derzeit sind vier Impfstoffe in der EU zugelassen*. (*msl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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