Nur jeder fünfte Deutsche trägt Schuhe, die ihm richtig passen

FRANKFURT  „Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh‘“: Rund 5200 Männer und Frauen haben genau dies in den vergangenen Jahren im Dienste der Forschung gemacht. Dabei kam heraus: Die Menschen sind fülliger und größer geworden, ihre Füße breiter und die Schuhe passen meist nicht.

Zu groß, zu weit, zu eng – rund 80 Prozent der Verbraucher sind nach Erkenntnissen des „Deutschen Fußreports“, der im Auftrag des Deutschen Schuhinstituts (DSI) erstellt wurde, in falschem Schuhwerk unterwegs. Den wenigsten sei dies bewusst, obwohl etliche von Kopf- und Rückenschmerzen geplagt werden oder unter schiefstehenden Zehen leiden. Sowohl zu große als auch zu kleine Schuhe können gesundheitliche Probleme auslösen, sagt der Tübinger Orthopäde Norbert Becker. In zu kleinen Schuhen würden „die Füße gequetscht und die Zehen gestaucht“. Zu weite Treter stauchen den Fuß, zu lange stören beim Abrollen: „Der Vorfuß kann im schlimmsten Fall sogar versteifen.“ Nur: Im Geschäft den passenden Schuh zu finden, ist meist schwierig. Einerseits neigten die Kunden dazu, Schuhgröße nur mit Länge gleichzusetzen und im Zweifelsfall „mal einen zu weiten oder zu engen Schuh durch eine kleinere oder größere Nummer ‚passend‘ zu machen“, sagt der DSI-Geschäftsführer Manfred Junkert. Andererseits bieten die Hersteller nicht jedem Verbraucher das richtige Angebot. „Um alle Füße mit der richtigen Weite versorgen zu können, wären für jede Größe etwa 17 Weiten erforderlich“, sagt die Leiterin der Studie, Monika Richter. Im Angebot sind aber lediglich vier. Das reicht für gerade mal 60 Prozent der Erwachsenen. Dabei haben die Füße an Weite deutlich zugelegt. Zudem hapert es an der entsprechenden Kennzeichnung des Schuhwerks. Ein einheitliches Leisten- und Größensystem fehlt ebenso. Deshalb passen dem einen Kunden die Schuhe des einen Herstellers besser als die des anderen. Hinzu kommt, dass „die angegebenen Größen nicht mit der im Schuh nutzbaren Länge übereinstimmen“, sagt Richter. Ein einheitlicher Standard sei zwar in Arbeit; bis zur Einführung werde es aber dauern. Solange heißt es für Käufer: anprobieren, anprobieren, anprobieren. dpa

Quelle: wa.de

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