20 Jahre nach Anschlag: Demonstration gegen Rassismus in Solingen

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SOLINGEN - Kurz vor dem 20. Jahrestag des Brandanschlags von Solingen haben am Samstag etwa 700 Menschen in der Stadt gegen Ausländerfeindlichkeit demonstriert. Die Kundgebung hatte das Motto "Das Problem heißt Rassismus".

Der Zug sollte auch an den Anschlagsort führen. Dort erinnert heute eine Metallplakette an die Opfer. Am 29. Mai 1993 hatten Brandstifter fünf Frauen und Mädchen einer türkischen Familie getötet. Die vier Täter wurden wegen Mordes verurteilt. Sie haben ihre Strafen inzwischen verbüßt.

Bei einem "Gipfel gegen Rassismus", den die Türkische Gemeinde in Solingen organisierte, sagte der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD), vielen sei bis heute nicht bewusst, was der Mordanschlag von Solingen bei Menschen türkischer Herkunft ausgelöst habe. "1993 lebten Migrantinnen und Migranten aus der Türkei bereits seit 30 Jahren in Deutschland. Und dann wurde ein Haus angezündet, weil dort Türken wohnten." Ein schlimmeres Zeichen der Fremdenfeindlichkeit sei kaum denkbar.

Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) forderte "eine Kultur des Respekts und des Miteinanders, eine Kultur der Anerkennung". Dabei könnten die Schulen eine wichtige Rolle spielen. "In den Schulen kann interkulturelle Vielfalt gestaltet werden", sagte Löhrmann. Schüler mit und ohne Zuwanderungsgeschichte sollten wechselseitig voneinander lernen. "Denn wenn wir uns kennen, verlieren wir Ängste und fühlen uns miteinander verbunden. Und mit dieser Verbundenheit nimmt Gewalt, auch rechte Gewalt, ab." - lnw

Quelle: wa.de

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