Staatsanwaltschaft hat Vorwürfe gegen Tatverdächtige konkretisiert

Frau (19) sollte in Bäckerei offenbar sterben, weil diese Straftat nicht auffliegen durfte

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Bäckerei-Mitarbeiterin sticht in Iserlohn auf Kollegin ein - U-Haft (Symbolbild)

Neue Details gibt zum versuchten Mord an einer 19-Jährigen aus Altena in Iserlohn. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen hat eine 47-jährige Hemeranerin, die in der Letmather Bäckerei-Filiale arbeitet, ihrer jungen Kollegin am 18. November ein Fleischermesser in den Bauch gerammt, um eine Straftat zu vertuschen. Das Opfer schwebte in Lebensgefahr.

  • Mordversuch in einer Bäckerei in Iserlohn-Letmathe. Eine 47-Jährige stach dort auf ihre Kollegin (19) ein.
  • Die Beschuldigte aus Hemer sitzt in U-Haft, das junge Opfer aus Altena ist außer Lebensgefahr.
  • Zunächst hatte die Tatverdächtige den Ermittlern die Geschichte eines Unfalls aufgetischt.

Update vom 16. Dezember 2019

Iserlohn - Die Mitarbeiterin aus Hemer soll zwischen dem 11. und 15. November Geld aus der Bäckerei unterschlagen und dann versucht haben, diese Tat der Altenaerin unterzuschieben, sagt Staatsanwalt Michael Burggräf. Es ging „um rund 2000 Euro“. 

Um das zu vertuschen, soll die 47-Jährige ihre Kollegin in eine Abstellkammer gelockt und mit dem Messer, das sie von zuhause mitgebracht hatte, auf die 19-Jährige eingestochen haben – in der bewussten Absicht, sie zu töten. 

Lebensgefährlich verletzt in Verkaufsraum geschleppt

Die Frau aus Altena schleppte sich lebensgefährlich verletzt in den Verkaufsraum, wo Kunden erste Hilfe leisteten und Rettungskräfte alarmierten. „Das Opfer war schwer verletzt und drohte zu sterben“, sagt Burggräf. 

Sie wurde in ein Hagener Krankenhaus gebracht, wo Ärzte um ihr Leben kämpften. Mehrere Tage lag die Frau aus Altena im Koma. Mittlerweile schwebe sie aber nicht mehr in Lebensgefahr, sagt der Staatsanwalt. 

Märchen vom unglücklichen Zusammenprall erzählt

Bei den ersten Vernehmungen gab sie an, dass sich die Hemeranerin sogar bei ihr entschuldigt habe. Denn zunächst sah es nach einem Unfall aus. So zumindest schilderte die 47-Jährige den Vorfall der Polizei.

Beim Auspacken von Kartons in der Abstellkammer habe sich die 19-Jährige erschreckt und abrupt bewegt. Durch einen unglücklichen Zusammenprall mit ihrer Kollegin habe ihr diese das Messer versehentlich in den Bauch gerammt.

Ungereimtheiten führten zur Festnahme

Diese Geschichte „haben wir von Anfang an kritisch beäugt“, sagt Staatsanwalt Burggräf. Schon allein wegen der Schwere der Verletzungen werde auch in Richtung Straftat ermittelt, um „auszuschließen, dass es es um eine solche handelt und der Täter ungestraft davon kommt“. Dies sei in solchen Fällen ein normales Vorgehen. 

Die Mordkommission entdeckte dann Ungereimtheiten, die schließlich zur Verhaftung der Frau aus Hemer am Donnerstag führten. Das Amtsgericht Hagen ordnete am Freitag Untersuchungshaft für die Bäckerei-Mitarbeiterin an.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Vorgeworfen wird ihr unter anderem versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung. Die Ermittlungen laufen noch. Wenn diese abgeschlossen sind, wird Anklage erhoben, schildert Burggräf das weitere Vorgehen. 

Das Verfahren vor dem Schwurgericht am Landgericht Hagen muss binnen sechs Monaten nach der Festnahme eröffnet werden.

Hier lesen Sie unsere Berichterstattung vom 13. Dezember

Mordversuch in einer Bäckerei in Iserlohn-Letmathe: Eine 47-jährige Mitarbeiterin stach mit einem Messer auf ein junge Kollegin aus Altena ein. Jetzt sitzt die Angreiferin in U-Haft.

Bereits am 18. November wurde in einer Bäckerei-Filiale in Letmathe eine Mitarbeiterin durch einen Messerstich schwer verletzt. Zunächst konnten die Ermittler nicht ausschließen, dass es sich um einen Unfall handelte. Das hat sich nun geändert.

Die eingerichtete Mordkommission geht jetzt davon aus, dass es sich "augenscheinlich um eine Vorsatztat handelt". So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Staatsanwaltschaft Hagen, der Mordkommission des Polizeipräsidiums Hagen und der Kreispolizeibehörde des Märkischen Kreises von Freitag.

Mordversuch: Frau aus Iserlohn in U-Haft

Der 47-jährigen Beschuldigten aus Iserlohn wird demnach zur Last gelegt, ihre Kollegin, eine 19-Jährige aus Altena, absichtlich lebensgefährlich verletzt zu haben.

Nach der Festnahme der Iserlohnerin am Donnerstag (12. Dezember), entsprach das Amtsgericht am Freitag dem Antrag der Staatsanwaltschaft Hagen und ordnete die Untersuchungshaft an, unter anderem  wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Die Ermittlungen dauern an.

In Köln wurde ein Stadt-Mitarbeiter bei einem Hausbesuch mit einem Messer erstochen. Der Grund sind womöglich GEZ-Gebühren.

Zu einem schlimmen Unfall kam es am Donnerstagend an der A45. Ein Lkw krachte vor einen Brückenpfeiler. Der Fahrer erlag seinen Verletzungen. Am Freitag machten verschneite Straßen den Autofahrern vor allem im Sauerland und im Kreis Olpe das Leben schwer. Es gab Unfälle und Verletzte.

Quelle: wa.de

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