[UPDATE] Kreisgesundheitsamt meldet

Inzwischen 150 Legionellen-Erkrankte

WARSTEIN - Im Zusammenhang mit der Warsteiner Erkrankungswelle wurden dem Kreisgesundheitsamt am Samstag sechs Erkrankte und am Sonntag drei Patienten gemeldet, die in die Krankenhäuser kamen. Damit steigt die Zahl der Legionellen-Fälle auf 150.

Abgesehen vom positiven Befund für das Rückkühlwerk der Firma Esser hat das Labor der Uni Bonn in keiner weiteren der bislang genommenen Proben eine auffällige Häufung von Legionellen entdeckt. Das sagten sowohl Kreis-Pressesprecher Wilhelm Müschenborn als auch Professor Dr. Martin Exner am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung. Am Samstag kamen sechs Neuerkrankte ins "Maria Hilf", am Sonntag drei.

Chefarzt Thomas Schumacher bestätigte die bereits am Mittwoch vergangener Woche von Geschäftsführer Dr. Vatteroth gegebene Einschätzung, dass nicht nur die Zahl, sondern auch die Schwere der Fälle zurück gehe. Diese Entwicklung habe keinen Anlass für die Reisewarnung des Kreises gegeben.

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Die Gesamtzahl der Patienten im Alter von 17 bis 93 erhöht sich auf 150, für 33 gibt es den positiven Legionellenbefund. 46 Kranke sind im "Maria Hilf", 2 in Soest und Meschede und je einer in Lippstadt und Brilon. Angesichts der Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen und des "Nachlaufs", wenn sich Erkrankte erst verspätet nach Ausbruch der Krankheit meldet, könnten bis Mitte nächster Woche noch neue Patienten im "Maria Hilf" gemeldet werden, so am Sonntag der Kreis - vorausgesetzt, das Esser-Rückkühlwerk mit dem klar positiven Befund ist die Quelle.

"Ich habe gerade im Labor erneut alle Platten kontrolliert und nirgendwo verdächtige Kolonien gefunden", sagte am Morgen Prof. Dr. Exner. Die Feintypisierung aller Proben, die auch den konkreten Auslöser-Nachweis für die Esser-Anlage erbringen soll, erfolgt im nationalen Referenzlabor der TU Dresden. Es handele sich um ein sehr komplexes Verfahren. Und: "Solange wird es nicht 100-prozentig wissen, werden wir weitersuchen."

"Wir gehen jedem Hinweis nach", sagte Kreis-Sprecher Wilhelm Müschenborn. So würden weiterhin Proben genommen und untersucht.

Die Empfehlung des Kreises Soest, Reisen in das Gebiet der Stadt Warstein zu vermeiden, hatte Warstein am Wochenende landesweit in die Medien gebracht und für großen Aufruhr gesorgt. Viele Warsteiner verstehen nicht, wieso der Kreis dies zu diesem Zeitpunkt macht. So lief das Bürgertelefon des Kreises Soest heiß. Am Samstag rechtertigte sich die Behörde in einer Pressemitteilung damit, dass eine "gewisse Entwarnungsstimmung wahrzunehmen war, ohne dass der Kreis dazu Anlass gegeben hat."

Zudem sei zu berücksichten gewesen, dass "der September die bevorzugte Reisezeit insbesondere für Senioren ist". Dazu habe es verstärkt Anfragen gegeben. Sorgen machte sich der Kreis, weil die "Heimatkrankenhäuser von Reisenden aus anderen Gegenden diese Erkrankung möglicherweise nicht im Fokus haben."

Am Dienstag hatte der Kreis die "konkrete Spur" vermeldet, doch man könne "noch keine endgültige Entwarnung geben." Die in der Esser-Probe gefundene Konzentration war so hoch, dass sie für die Erkrankungen infrage kam, Standort und Windverhältnisse passen. Mitte der Woche soll der "Fingerabdruck" die letzte Sicherheit liefern. - Von Reinhold Großelohmann

Quelle: wa.de

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