Ordnungsdienste besser schulen

Mit Sicherheit ins Stadion: Initiative der Innenminister

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Solche Szenen will die Politik künftig weder in den Stadien noch außerhalb zulassen.

DÜSSELDORF - Besser ausgebildete Ordner sollen für mehr Sicherheit in den Fuballstadien sorgen. Das will NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gemeinsam mit seinen Innenminister-Kollegen sowie den Vertretern der Fußballverbände und -vereine durchsetzen.

Von Robert Vornholt

Die Minister fordern eine rechtsverbindliche Vorgabe für Qualitätsstandards, die für private Sicherheitsdienste gelten. Ordnungskräfte müssten in der Lage sein, wirksame Einlasskontrollen zu machen, eine Trennung der Fangruppen sicherzustellen sowie die Stürmung von Blöcken- und Plätzen in den Stadien zu verhindern.

„Mit einer Zertifizierung ließe sich sicherstellen, dass die Vereine nur solche Mitarbeiter in den Stadien einsetzen, die ausreichend geschult und angemessen auf ihre schwierige Aufgabe vorbereitet sind“, meint Jäger.

Gewalt, Pyrotechnik und andere Entgleisungen müssten am Rande von Fußballspielen wirksam unterbunden werden. „Wir haben das gemeinsame Interesse, Gewalttäter und Chaoten aus den Stadien herauszuhalten“, betont der NRW-Innenminister und lässt zugleich Kritik durchblicken: „Die Konzepte liegen auf dem Tisch, bei der Umsetzung ist noch Luft nach oben.“

Die Vereine seien „vor, während und nach den Spielen“ für die Sicherheit verantwortlich, hatte Jäger festgestellt, als er Mitte September den Rückzug von Polizisten bei Begegnungen des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 ankündigte – aber schnell einen Rückzieher machte und eine Kooperationsvereinbarung mit dem Gelsenkirchener Verein abschloss. Vorausgegangen war dem Streit eine unverhältnismäßig scharfe Kritik des Clubs an einem Polizeieinsatz in der Champions-League-Qualifikations-Partie gegen Steaua Bukarest. In den vereinbarten Gesprächen zwischen Politikern und Sportfunktionären soll zudem erörtert werden, wie die Anreisewege zu den Stadien sicherer gemacht werden können.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Boris Pistorius (SPD, Niedersachsen) hatte unlängst angeregt, Erfahrungen aus den Niederlanden aufzugreifen. Dort werden Fans nur unter Auflagen ins Stadion gelassen.

Quelle: wa.de

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