Tiere jetzt in sicherer Obhut

Welpen auf Balkon angekettet: Tierschützer und Polizei retten mehrere Hunde aus Wohnung im MK

Polizei und Tierschützern boten sich am Mittwochabend erschreckende Bilder: Gemeinsam verschafften sie sich Zutritt in eine Wohnung im Märkischen Kreis und fanden auf dem Balkon drei abgemagerte Hundewelpen vor, die an einem Balkongeländer gekettet waren. Die Polizei ermittelt.

Herscheid - Dank eines anonymen Hinweises kam der Tierschutzverein Plettenberg der Tierquälerei in der Gemeinde Herscheid im Sauerland auf die Spur. Die Anruferin berichtete dem Tierschützer Christian Legvart von mehreren schreienden Welpen, die auf einem Balkon einer Wohnung an der Danziger Straße gehalten werden und dessen Besitzer die Tiere verprügelt haben soll.

GemeindeHerscheid
KreisMärkischer Kreis
Fläche58,92 km²

Die Tierschützer Christian Legvart und Silke Kühne machten sich unmittelbar nach dem Anruf auf den Weg nach Herscheid und informierten von unterwegs die Polizei, die ebenfalls in Richtung Herscheid aufbrach. Vor dem Haus trafen sich die Beteiligten, sprachen kurz das weitere Vorgehen ab und verschafften sich Zutritt in die Wohnung.

Herscheid: Welpen auf Balkon angekettet - Hunde stark unterernährt

Darin trafen sie einen 36-jährigen bulgarischen Staatsbürger an, der kaum ein Wort Deutsch verstanden habe. Die Welpen fanden die Polizisten und Tierschützen wie von der Anruferin beschrieben auf dem Balkon vor - jedes einzelne der drei Tiere angekettet an der Brüstung.

Diese Hundewelpen wurden am Mittwochabend aus einer Wohnung in Herscheid im Sauerland geholt. Tierschützer und Polizei fanden sie zuvor angekettet an einem Balkongeländer vor.

Laut Tierschützer Christian Legvart seien die Welpen - ein Chihuahua und zwei Jagdhunde - zudem stark unterernährt gewesen. Ob sie - wie von der Hinweisgeberin angegeben - geschlagen oder misshandelt worden sind, werden weitere Untersuchungen zeigen.

Herscheid: Hunde an Balkon-Brüstung angekettet - illegaler Welpenhandel?

Papiere oder Impfpässe konnte der Mann für die Hunde nicht vorweisen. Entsprechend äußert die Polizei den Verdacht, dass die Welpen illegal nach Deutschland eingeführt worden sein könnten. Ob er die Tiere selbst gehalten hat oder ob hier ein illegaler Welpenhandeln aufgeflogen ist, wird nun ermittelt.

Die wenige Wochen alten Hunde waren mit jeweils einer Kette am Balkongeländer gekettet.

Die Polizei übergab die Tiere umgehend in die Obhut des Tierschutzvereins Plettenberg. Von deren Mitgliedern bekamen die Welpen als erstes eine große Portion Futter, die trotz der späten Uhrzeit der Heimtierbedarf Großmann kostenlos zur Verfügung stellte. Dafür bedankt sich der Tierschutzverein recht herzlich - ebenso wie auch bei der Polizei, mit der die Zusammenarbeit „richtig gut“ funktioniert habe.

Tierschutzverein Plettenberg mit wichtigem Hinweis zum Welpenkauf

Am Tag nach den Vorfällen waren die Hunde in der Redaktion des Süderländer Tageblatt zu Gast, wo sie einen quietschlebendigen Eindruck machten und vergnügt miteinander spielten (siehe Video aus den Redaktionsräumen). Nichtsdestotrotz darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass die Welpen im Umgang mit dem Menschen noch verängstigt sind und jetzt zunächst eine ruhige, friedliche Obhut brauchen.

Der Tierschutzverein Plettenberg weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass Hundeinteressenten beim Welpenkauf die Augen offenhalten sollten. „Der illegale Welpenhandel in Deutschland boomt seit der Corona-Pandemie“, erklärt Christian Legvart. Und illegal eingeschleuste Tiere hätten oft Krankheiten, die tödlich enden und sehr ansteckend sein könnten.

Erst vor kurzem ist ein anderer Fall von Tierhandel in NRW bekannt geworden, bei dem mehrere Hunde aus einer völlig verdreckten Wohnung befreit worden sind.

Rubriklistenbild: © Polizei MK

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