Razzia in Kreuztal

Betrug mit Hundewelpen: Züchterfamilie vor Gericht - Haltung unter miserablen Bedingungen

Razzia bei Hundezüchter in Kreuztal
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Ein Beamter beruhigt am 14.12.2016 einen aufgeregten Hund bei einer Polizeirazzia in einem Gehege in Kreuztal (Nordrhein-Westfalen). Ein Hundezüchter-Ehepaar aus dem siegerländischen Kreuztal soll dort jahrelang Hundewelpen aus Polen als selbstgezüchtete Rassehunde verkauft haben.

Sie kauften Welpen billig in Polen, Tschechien oder Ungarn und verkauften sie als Hunde aus deutscher Zucht. Dafür muss sich eine Familie aus Kreuztal (NRW) vor Gericht verantworten.

Hagen - Eine Familie aus Kreuztal (Kreis Siegen-Wittgenstein/NRW) steht vor dem Landgericht Hagen. Der Vorwurf: Betrug mit Hundewelpen aus angeblich deutscher Zucht. Angeklagt sind ein Ehepaar sowie dessen erwachsene Kinder. Der Grund: Die Hunde seien aus Polen, Tschechien oder Ungarn gewesen.

StadtKreuztal
Einwohnerca. 31.000
Bekannt fürKrombacher Brauerei

Die Familie aus Kreuztal soll zwischen 2010 und 2015 aus Polen, Tschechien oder Ungarn stammende Welpen unterschiedlicher Rassen als deutsche Zuchttiere zu Preisen zwischen 250 und 1200 Euro verkauft haben. Wegen ihrer tatsächlichen Herkunft sei der Wert der Tiere geringer. Sie sollen die Tiere für etwa 100 Euro in Osteuropa erworben haben, sagte ein Gerichtssprecher in Hagen.

Betrug mit Hundewelpen: Züchterfamilie aus Kreuztal vor Gericht

Eine mutmaßliche Hundevermittlerin aus Mömbris in Bayern sowie ein aus Polen stammender Zwischenhändler aus Hagen sitzen ebenfalls auf der Anklagebank.

Insgesamt wird es in dem noch nicht terminierten Prozess um 70 Betrugsfälle gehen. Die Staatsanwaltschaft hatte noch weitere Fälle angeklagt. Das Gericht ließ jedoch nicht alle zu, weil nach einem Gutachten die Wertunterschiede der osteuropäischen Hunde im Vergleich zu den vorgeblich deutschen Tieren zu gering seien, um einen Vermögensschaden bei den Kunden tatsächlich nachzuweisen. Außerdem ließ das Landgericht eine Anklage gegen eine Tierärztin aus Hessen nicht zu. Sie war zwar Mitbetreiberin der Zucht, ist aber nach Ansicht des Gerichts von den anderen Angeklagten über das betrügerische Vorgehen getäuscht worden.

Betrug mit Hundewelpen: Razzia zeigt Haltung der Tiere unter miserablen Bedingungen

Dem Hauptangeklagten Züchter (69) und seiner Frau (56) werden zudem zahlreiche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen, weil sie ihre 101 Hunde zum Teil unter miserablen Bedingungen gehalten haben und kranken Tieren keine Behandlung haben zukommen lassen sollen.

Wegen des mutmaßlich betrügerischen Welpenhandels hatte es im Dezember 2016 eine Razzia in Kreuztal gegeben. Auf dem durchsuchten Anwesen hatte die Polizei auch zahlreiche verletzte, kranke sowie einige tote Tiere gefunden. Die Beschuldigten kamen zeitweise in Untersuchungshaft, später aber wieder auf freien Fuß.

Der illegale Handel mit Welpen boomt in Corona-Zeiten. Das hat nicht selten schwere Folgen für die Tiere. So auch im Fall der Hundebabys, die jetzt im Märkischen Kreis aus einer verdreckten Wohnung gerettet wurden.  

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