Die Bilanz: Hunderte demonstrierten gegen Rechte in Hamm

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Der Haekelclub 590 hatte zu einer Demonstration gegen Rechts am Samstag aufgerufen.

[Update] HAMM - Die Bürger der Stadt Hamm haben ein deutliches Zeichen gegen rechte Gewalt gesetzt. 600 Menschen, und damit doppelt so viele wie erwartet, protestieren am Samstagmittag gegen eine Demonstration der rechten Szene. Der Aufmarsch des braunen Mobs, der sich am Gustav-Lübcke-Museum versammelt hatte, fiel mit etwa 70 Teilnehmern dagegen geradezu kümmerlich aus.

Zeitweise glich Hamm heute einer Stadt im Belagerungszustand. Gegen Mittag kreisten am Himmel Polizeihubschrauber, während unten an der Bahnhofstraße die berittene Polizei präsent war und unzählige weitere Beamte zu Fuß, auf Motorrädern oder in ihren Einsatzwagen Teile der Innenstadt abriegelten.

Bilder der Demo gegen Rechts in Hamm sehen Sie hier.

Man mochte kaum glauben, dass ein solcher Aufwand an Menschen und Material jener eher kümmerlichen Gruppe von rund 70 Neonazis galt, die sich am späten Vormittag am Gustav-Lübcke-Museum versammelt hatte, um von dort aus einen „Demonstrationszug“ durch die Innenstadt zu starten. Deutlich beeindruckener fiel dagegen die Veranstaltung aus, zu der das Hammer Jugendbündnis „haekelclub 590“ aufgerufen hatte: Rund 600 Bürger aller Altersgruppen demonstrierten in der Innenstadt gegen rechte Gewalt – die Veranstalter hatten im Vorfeld mit höchstens 300 gerechnet.

Einer der Initiatoren der Demonstration gegen rechte Gewalt in der Hammer Innenstadt: Justus Moor.

„Damit setzt Hamm ein ganz deutliches Zeichen“, freute sich Justus Moor, einer der Initiatoren der Demonstration. Obwohl etliche Hammer angesichts des massiven Polizeiaufgebotes und der zum Teil erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt fassungslos ihre Köpfe schüttelten, hatte der Großeinsatz immerhin zur Folge, dass es an keiner Stelle der Demonstrationszüge zu Zwischenfällen kam – auch nicht an jenem Punkt im Bereich der Bismarckstraße/Goethestraße, an dem sich die beiden Gruppen bis auf wenige Meter nahe kamen.

„Hier kommt keiner durch“, bemerkte Polizeisprecher Ulrich Biermann, der ebenfalls vor Ort war. Insgesamt wurden acht Strafanzeigen, unter anderem wegen ausländerfeindlicher Parolen und Körperverletzung, erstattet. Weiterhin sprachen die Beamten gegen Mitglieder des linken Spektrums 14 Platzverweise aus. Sie hatten versucht, Absperrungen zu überwinden. - tig

Quelle: wa.de

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