Von Feuerwehr gerettet

Vier Tage verschwunden: Hund „Diego“ steckt hilflos in unterirdischem Labyrinth fest

Tagelang war ein Ehepaar aus Werdohl in großer Sorge um seinen Hund. Seit Donnerstag war „Diego“ vermisst. Es verdichteten sich die Zeichen, dass er in einem Dachsbau stecken könnte. Die Feuerwehr eilte zu Hilfe.

[Update] Werdohl - Dramatische und emotionale Szenen mit Happy End haben sich am Sonntagabend in einem Waldstück oberhalb der Kläranlage in Werdohl-Ütterlingsen abgespielt. Am Nachmittag hatte der Notruf einer Hundebesitzerin die Feuerwehr erreicht. Ihr Terrier „Diego“ war seit vier Tagen wie vom Erdboden verschluckt. Am Sonntag ergaben sich Hinweise, der Hund könnte in einem Dachsbau stecken und nicht mehr aus eigener Kraft herauskommen.

StadtWerdohl
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche33,35 km²
Einwohner17.657 (Dezember 2019)

Werdohl: Hund steckt in Dachsbau fest - Feuerwehr nimmt Hinweis sehr ernst

Seit dem vergangenen Donnerstag suchten Birgit und Bogdan C. verzweifelt ihren Terrier-Mischling Diego. Der Hund war ausgebüxt und blieb vier Tage unauffindbar. Sogar die Kläranlage in Ütterlingsen wurde abgesucht, obgleich die Mitarbeiter des Ruhrverbands sicher waren, dass das Tier keine Möglichkeit haben konnte, auf das Gelände zu kommen. Suchaufrufe in den sozialen Medien blieben erfolglos. Der Hund war wie vom Erdboden verschluckt.

Diese Redewendung darf man wörtlich nehmen, denn am Sonntagnachmittag gab es eine heiße Spur mitten im Wald. In dem steilen Hang unterhalb der Straße Ruppenhahn wurden im Bereich eines Dachsbaus verdächtige Geräusche gehört. Immerhin legen Dachse Gänge an, die nach Schätzungen durchaus zehn Meter weit und fünf Meter tief in den Hang führen können.

Die Rettungsaktion wurde kurz vor 18 Uhr gestartet, nachdem Feuerwehrleiter Kai Tebrün einen Anruf vom Frauchen des vermissten Terrier-Mischlings erhalten hatte. „Ich habe erstmal erklärt, dass wir selbst keine Kameras haben, mit denen wir den Bau untersuchen können“, erklärte der spätere Einsatzleiter. Doch das Technische Hilfswerk hatte immerhin eine starre Kamera. Nicht optimal, aber ein Anfang: „Plötzlich wurden auf dem Monitor zwei Augen gesichtet. Dass die von einem Dachs stammten, war unwahrscheinlich.“

Werdohl: Hund steckt in Dachsbau fest - Erfolg nach stundenlanger Suche

Vier Tage im Labyrinth: Hund Diego aus Dachsbau gerettet

Hunderettung in Werdohl: Diego war im Dachsbau
Hunderettung in Werdohl: Diego war im Dachsbau
Hunderettung in Werdohl: Diego war im Dachsbau
Hunderettung in Werdohl: Diego war im Dachsbau
Vier Tage im Labyrinth: Hund Diego aus Dachsbau gerettet

Die Kräfte vom Löschzug Stadtmitte ackerten derweil mit Spitzhacken und Schaufeln, um sich Zugänge zum Dachsbau zu schaffen. An mehreren Stellen wurde gesucht, und zeitweise kamen Zweifel auf, ob Diego wirklich in dem unterirdischen Labyrinth steckte. Doch mit der Ablösung, die sich vom Gelände der Kläranlage aus den Hang hochkämpfte, kam wertvolles Werkzeug.

Gegen 22.30 Uhr trafen der Löschzug Kleinhammer sowie die Löschgruppe Brüninghaus an der schwer zugänglichen Einsatzstelle ein. Die Einheiten hatten zuvor einen Wasserschaden an der Sparkasse abgearbeitet und übernahmen nun die Suche. Mit dabei ein Feuerwehrmann, der sich als gelernter Heizungsinstallateur nicht nur mit Rohren auskennt, sondern obendrein eine flexible Endoskop-Kamera mitbrachte. Doch auch die brachte nicht das gewünschte Ergebnis.

Der kleine Hund „Diego“ wurde vier Tage lang vermisst - und dann endlich von der Feuerwehr aus einem Labyrinth befreit.

Wieder einige Zeit später rückte die Rohrreinigungsfirma Neumann aus Herscheid an – im Gepäck eine Kamera mit 60 Meter Schlauch. Intensiv wurde gesucht, alle Helfer hatten den Ehrgeiz, den verschollenen Hund zu finden und zu befreien.

Kurz vor Mitternacht wurde es hektisch: Bei den Ausgrabungen wurde ein Zugang mitten in das Tunnelsystem gefunden. Diegos Herrchen schwankte zwischen Bangen und Hoffnung, als plötzlich das Endoskop den verängstigten Mischling erblickte. Dann ging alles ganz schnell: Das Tier wurde von seinem Besitzer ins Freie gelockt. Ein Feuerwehrmann half dem kleinen Vierbeiner, die letzten Hindernisse zu überwinden.

Als Diego seinem Besitzer in die Arme sprang, flossen die Tränen vor Freude und vor Rührung, auch bei den Helfern. Ein alles andere als alltäglicher Einsatz: „So ein glückliches Ende hat man als Feuerwehrmann nicht so oft. Das ist schon etwas Besonderes, das wird uns lange in Erinnerung bleiben“, so Feuerwehrleiter Kai Tebrün.

Es ist erst eine Woche her - da jagte ein Junge aus dem Märkischen Kreis seinen Eltern einen großen Schreck ein*. Die Polizei hatte Suchmaßnahmen eingeleitet. Auch Hunde waren beteiligt - in diesem Fall allerdings bei der Suche. - *come-on.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Markus Klümper

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare