Altenas Bürgermeister zurück an seinem Schreibtisch

Andreas Hollstein: So geht es nach der knappen Niederlage in Dortmunder OB-Wahl weiter

Gut gelaunt arbeitete Dr. Andreas Hollstein am Montag wieder an seinem Schreibtisch im Altenaer Rathaus.
+
Gut gelaunt arbeitete Dr. Andreas Hollstein am Montag wieder an seinem Schreibtisch im Altenaer Rathaus.

Andreas Hollstein war ganz nah dran an der Überraschung. Nur 5.700 Stimmen fehlten dem CDU-Mann zum Sieg bei der Oberbürgermeister-Stichwahl in Dortmund. Jetzt sitzt er wieder im Rathaus in Altena. Aber nicht mehr lange.

  • Andreas Hollstein verlor die Oberbürgermeister-Stichwahl in Dortmund knapp.
  • Er bleibt bis zum 31. Oktober 2020 Bürgermeister von Altena, dann muss er gehen.
  • Ab dem 1. November ist er Pensionär - mit 57 Jahren.

Altena – Es war ein Kampf ohne Netz und doppelten Boden. Keine weiche Hängematte für den Verlierer der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Dortmund*, keinen Plan B, wenn er fallen sollte. Dr. Andreas Hollstein ist gefallen. Aber in Zeitlupe. Und erhobenen Hauptes, schreibt Come-On.de*.

Dr. Andreas Hollstein

Geburtstdatum:

6. Mai 1963

Geburtsort:

Altena

Beruf:

Bürgermeister von Altena (bis 31. Oktober 2020)

OB-Wahl in Dortmund: Verlierer Andreas Hollstein zurück in Altena 

Dortmund war es wert, es war ein toller Kampf“, sagt Hollstein, der – hätte er 5.700 Stimmen mehr gehabt, die 74 Jahre andauernde SPD-Herrschaft in der Ruhr-Metropole zerbröselt hätte.

5.700 Stimmen - ein Klacks bei 450.000 Wahlberechtigten. Aber Andreas Hollstein lebt nicht im Konjunktiv, sondern schaut lieber nach vorn. Am Montag saß er bereits wieder gut gelaunt an seinem Schreibtisch im Rathaus Altena: „Ich liebe diese Stadt und gehe doch gern in mein Rathaus.“

Andreas Hollstein: Optimismus nach der Stichwahl-Niederlage

Statt Traurigkeit und Enttäuschung versprühte Andreas Hollstein Optimismus und Dankbarkeit für die große Unterstützung, die er erfahren durfte. „Wir haben in Dortmund zu einer Politikveränderung beigetragen. Schwarz-Grün wird über mich hinaus fortbestehen“, ist sich der Altenaer Bürgermeister sicher. „Jetzt muss ich mir erst mal die Sachen anschauen, die hier aufgelaufen sind“, sagt er.

Andreas Hollstein (CDU) verlor die OB-Stichwahl in Dortmund knapp gegen den SPD-Kandidaten Thomas Westphal.

Und dann soll natürlich die Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Uwe Kober gut über die Bühne gehen. Nur noch bis zum 31. Oktober ist Andreas Hollstein im Amt.

Andreas Hollstein: Nach dem Traum von Dortmund das Tagesgeschäft im Sauerland

Das ganz normale Tagesgeschäft startete am Montag mit einer Sitzung des Verwaltungsvorstandes und dem Hauptausschuss am Nachmittag. Häme über seine Niederlage bei der Stichwahl in Dortmund musste er nicht über sich ergehen lassen. Es habe im Gegenteil unzählige freundliche Whatsapps, E-Mails und Nachrichten auf den Social-Media-Kanälen gegeben.

„Ganz viel Zuspruch und total nett“, sagt Dr. Andreas Hollstein über die Rückmeldungen aus ganz Deutschland. Und natürlich auch aus Altena. In der Burgstadt hätten ihm viele Menschen die Daumen gedrückt, obwohl ihn einige auch für verrückt erklärt hatten. „Sätze wie ,Da hast du nie eine Chance’, habe ich gehört, aber die Chance war da. Ehrlicherweise war in Dortmund deutlich eine Wechselstimmung festzustellen“, sagt Hollstein.

Was bleibt, sind viele neue Freunde und Bekannte in Dortmund. „Und auch die Verabschiedung von den Grünen war mehr als herzlich.“

Andreas Hollstein: Ab 1. November in Pension

Am 1. November geht Dr. Andreas Hollstein in Pension. Mit 57 Jahren. Bei seinem Wahlkampf in Dortmund ist er „all in“ gegangen, in der Poker-Sprache hat er alles eingesetzt, was er hatte. „Es wird sich sicherlich etwas finden, aber im Moment gibt es da nichts, es gab weder irgendeine Verabredung noch irgendeine Zusage. Das hätte ich nicht gewollt“, erzählt Andreas Hollstein von seiner noch ungewissen Zukunft.

Hollstein ergänzt: „Aber ich habe überhaupt keinen Grund zur Klage. Ich habe das Risiko gekannt. Wenn man Realist ist und alles auf eine Karte setzt, muss man auch wissen, was damit verbunden ist. Ich werde in Ruhe gucken, was ich jetzt mache.“

Ein Umzug ist nicht geplant. Ebenso wenig ein zweiter Versuch in Dortmund in fünf Jahren. Jetzt stehen die letzten Wochen als Bürgermeister in Altena an. Und das Ausräumen des Schreibtisches.

Dortmunder OB-Stichwahl zwischen Hollstein und Westphal im Fokus

Dortmund, die ehemalige Herzkammer der Sozialdemokratie, stand bei den Stichwahlen in NRW am Sonntag (27. September)* im Fokus. Der SPD-Kandidat Thomas Westphal hatte den ersten Wahlgang mit 35,8 gewonnen, doch vor der Stichwahl sprachen die Grünen eine Wahlempfehlung für Andreas Hollstein* aus.

Hollstein wurde bundesweit bekannt, als er in einem Imbiss in seiner Heimatstadt Altena von einem Mann mit einem Messer attackiert und verletzt wurde. Hollstein kritisierte das Gerichtsurteil* gegen seinen Angreifer. - *WA.de und Come-On.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare