Ab 1. Mai in Holland keine Joints mehr für Ausländer

Raphael Gaßmann

WESTFALEN - Wenn in den niederländischen Coffeeshops ab dem 1. Mai keine Joints mehr an Kunden aus dem Ausland verkaufen werden dürfen, bedeutet das nach Ansicht von Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm (DHS), vor allem eines: „Die sofortige Bildung einer Straßenszene.“

Und die werde nicht nur eine höhere Kriminalitätsrate nach sich ziehen, sondern auch unabsehbare gesundheitliche Folgen für die Konsumenten haben. Denn in dem Moment, wo die Droge nicht mehr in den Coffeeshops, sondern bei fliegenden Händlern auf der Straße gekauft werde, gebe es auch keinen Zugriff mehr auf die Qualität. Und das könne sogar lebensbedrohlich für die Konsumenten werden. Das zeige ein Beispiel aus Ostdeutschland. Dort seien vor einiger Zeit stark mit Blei verunreinigte Cannabis-Produkte sicher gestellt worden. „Ein Konsum wäre akut lebensgefährlich gewesen“, sagt Gaßmann.

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Ein Verkaufsverbot sieht er zudem auch deshalb kritisch, weil es nachweislich nicht zu einer Verringerung des Konsums führe. Das zeige auch eine Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Bei der konnte „kein deutlicher Zusammenhang zwischen den gesetzlichen Änderungen und den Prävalenzraten (Häufigkeit) des Cannabiskonsums ermittelt werden“, heißt es in dem Jahresbericht 2011. ▪ oel

Quelle: wa.de

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