Mindestens bis Ende der Woche

Hohlraum in Essen sorgt weiter für Verspätungen

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ESSEN - Sind wirklich alle Hohlräume im Bergbaustollen unter dem Essener Hauptbahnhof gefüllt? Experten sind sich nicht sicher. Die Züge müssen dort weiter Schritttempo fahren, auch in der neuen Woche gibt es reichlich Verspätungen.

Der vergangenen Mittwoch entdeckte Hohlraum in einem alten Bergbaustollen unter dem Essener Hauptbahnhof sorgt weiter für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Am Sonntag lägen die Verspätungen bei im Schnitt acht bis zehn Minuten, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag. Mit dem Beginn des Berufsverkehrs und der wesentlich stärkeren Belastung des Streckennetzes ab Montag seien auch noch längere Verspätungen möglich. Die Behinderungen dauern voraussichtlich mindestens bis Ende der Woche.

In dem Gefahrenbereich dürfen die Züge aus Sicherheitsgründen nur Schritttempo fahren. Der Hohlraum in der Nähe der Gleise wurde inzwischen mit 220 Kubikmeter Beton gefüllt. Außerdem bohren Fachleute auf der nördlichen Seite des Bahndamms weiter. Die Arbeiten sollen Aufschluss darüber geben, wie es unter der Oberfläche des Stollens aussieht. Sollten noch weitere Hohlräume in dem zwei Meter hohen und 80 Zentimeter breiten Stollen entdeckt werden, muss möglicherweise noch mehr Beton hinein gepumpt werden. "Solange wir das nicht genau wissen, ist der Zugverkehr vorsichtshalber eingeschränkt", sagte Andreas Nörthen, Sprecher der Bergbauabteilung der Bezirksregierung Arnsberg.

Vom vergangenen Mittwoch bis zum Beginn des Berufsverkehrs am Montagmorgen werde die Zahl der verspäteten Züge auf rund 3000 steigen, sagte der Bahnsprecher. Der Bahnhof in Essen wird jährlich von 63 Millionen Reisenden genutzt; er zählt zu den meistfrequentierten in Deutschland. Weil die Strecke am Essener Hauptbahnhof so sehr stark ausgelastet ist, sei das Problem auch mit zusätzlichen Zügen nicht in den Griff zu bekommen, sagte der Sprecher. Damit müssen Zugreisende im Ruhrgebiet auch in den nächsten Tagen viel zusätzliche Zeit einplanen. ICs und ICEs, die die Bahnhöfe Essen, Bochum und Mülheim passieren, werden umgeleitet. Nur bei Fernzügen, die in Essen beginnen oder enden, ändert sich die Fahrtstrecke nicht.

Den in 16 Metern Tiefe liegenden Hohlraum im Stollen hatten Experten bei der Erkundung einer Baustelle festgestellt. Der Stollen aus der Zeit um 1840 verläuft im Bereich der viel befahrenen Gleise zwischen Essen und Mülheim in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs. Die Lage des Stollens in der Nähe der Gleise sei in Karten aus dem 19. Jahrhundert verzeichnet, sagte Nörthen, nicht jedoch, dass Hohlräume bis mindestens an die Gleise reichen. Möglicherweise sei die Stelle nicht in Grubenkarten dokumentiert, da dort früher illegal Kohle abgebaut wurde, vermuten Experten. - lnw

Quelle: wa.de

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