International renommiert

Hohe Auszeichnung: Altenas Bürgermeister ist Europa-Finalist des Nansen-Flüchtlingspreis

Andreas Hollstein 

Altena - Es ist eine hohe Auszeichnung: Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein ist der Europa-Finalist des renommierten Nansen-Flüchtlingspreises. Hollstein werde für "seinen Einsatz für Flüchtlinge, seine Stadt und die Humanität geehrt" heißt es in einer Mitteilung der Vereinten Nationen (UNHCR) am Montag. Zugleich solle aber auch das Engagement der Flüchtlingshelfer von Altena gewürdigt werden, die einen entscheidenden Beitrag zu Integration von Flüchtlingen in der Stadt geleistet haben.

Hollstein ist der europäische von vier regionalen Finalisten des prestigeträchtigen Preises, der seit 1954 vergeben wird. Der Träger des weltweiten Hauptpreises wird Ende des Monats bekanntgegeben.

Wirtschaftliche Probleme und der Wegzug vieler jüngerer Bürger machten der Stadt im Sauerland mit rund 17.000 Einwohnern zu schaffen, heißt es in der Begründung der UNHCR. 270 Asylbewerber seien der Stadt vor zwei Jahren zugewiesen worden. Hollstein habe freiwillig 100 weitere aufgenommen. Mit kreativen und inklusiven Projekten habe man versucht, die Asylbewerber schnell zu integrieren. Dafür erhielt die Stadt im Mai 2017 den Nationalen Integrationspreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Als viele Politiker zögerten und die gesellschaftliche Stimmung umschwang, handelte Dr. Hollstein und schaffte gemeinsam mit den vielen Freiwilligen von Altena ein beispielhaftes Modell der Integration - zum Wohl der Flüchtlinge und seiner Stadt.“, erklärte UN-Hochkommissar Filippo Grandi. „Das Handeln von Dr. Hollstein ist von Solidarität, Humanismus und Entschlossenheit geprägt. Aber auch von einer Verpflichtung gegenüber seiner Stadt: Der Bürgermeister wusste, dass eine gelungene Integration allen nützt. Er hat den Beweis erbracht, dass die Aufnahme und Förderung junger, engagierter Flüchtlinge die Zukunft von Städten und Gemeinden positiv gestalten kann.“

Der Preis wird jährlich vom Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen vergeben. 

„Ich fühle mich sehr geehrt. Ich nehme die hohe Auszeichnung gerne stellvertretend für alle Menschen in meiner Heimatstadt Altena und in ganz Europa entgegen, die sich für Humanität, Toleranz und Respekt gegenüber geflüchteten Menschen einsetzen und sich so gegen Nationalismus und Rassismus stellen“, sagte Preisträger Hollstein.

Der Nansen-Flüchtlingspreis, früher als Nansen-Medaille bekannt, wurde nach dem norwegischen Polarforscher, ersten Flüchtlingskommissar und Friedensnobelpreisträger Fridtjof Nansen benannt.

Seit 1954 wird er jährlich an ein Individuum oder eine Gruppe vergeben, um deren außergewöhnliche Hingabe an den Flüchtlingsschutz zu würdigen. Jeder kann jeden für den Preis nominieren, unabhängig von dessen Glaube, Hautfarbe, Alter oder Beruf, sondern nur aufgrund seiner besonderen Anstrengungen, um gewaltsam vertriebenen Menschen auf der Welt zu helfen.

Hollstein ist einer von vier Finalisten. Der Sieger des Hauptpreises wird am 24. September in Genf bekanntgegeben. Der Preis wird seit 1954 vergeben.

Mehr als 60 Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen haben seit Elanor Roosevelt, der ersten Gewinnerin im Jahre 1954, den Preis bereits erhalten.

Andreas Hollsteins Flüchtlingspolitik hat der Stadt Altena viel Aufmerksamkeit eingebracht. Der Bürgermeister selbst war in die Schlagzeilen geraten, als er im November 2017 bei einem Messerangriff leicht verletzt worden war. - dpa/eB

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