Hitzewelle kurbelt Getränkeabsatz in NRW an

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NRW - Bei Hitze ist der Durst groß. Auf kräftig klingelnde Kassen hat der Getränkehandel angesichts eines verregneten Frühlings lange gewartet. Auch die Gastronomie kann sich jetzt über volle Biergärten freuen.

Die Hitzewelle sorgt für eine rege Nachfrage nach Durstlöschern. Der Getränkefachgroßhandel verzeichnete in diesem Monat nach einer Verbandseinschätzung zweistellige Zuwächse. Um den Kundenansturm zu bewältigen, wurden schätzungsweise mehrere tausend Aushilfsmitarbeiter bundesweit eingestellt. "Der alte Spruch, Petrus ist unser bester Verkäufer, ist nach wie vor gültig", sagte der geschäftsführende Vorstand im Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH), Günther Guder, in Düsseldorf am Montag. Schon im ersten Halbjahr sei die starke Wetterabhängigkeit zu spüren gewesen, Kälte und Regen hätten den Absatz gedrückt.

In den ersten beiden Juli-Wochen sei mit dem Sommerwetter der Absatz des Getränkefachgroßhandels im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um schätzungsweise mehr als zehn Prozent gestiegen. In einer nichtrepräsentativen Umfrage des Verbandes habe das Plus bei einzelnen Unternehmen bis zu knapp 40 Prozent betragen. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt verkauften die Fachgroßhändler in den ersten beiden Juli-Wochen rund 20 Prozent Getränkekästen pro Tag mehr. "Das können auch mal 50 Prozent mehr Kästen pro Tag sein", schildert Guder. Die erhöhten Verkäufe rühren aus den größeren Bestellungen der Gastronomie, der Getränkefachmarkt- und Lebensmittelgeschäfte. Jeder Fachgroßhändler stellte im Durchschnitt 1,5 Aushilfskräfte ein.

Die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken, Mixgetränken und Bier dürfte auch in der zweiten Juli-Hälfte auf dem hohen Niveau der ersten beiden Wochen geblieben sein. "Der Juli war damit der erste Ausgleichsmonat für das schwache erste Halbjahr. Wir hoffen, dass der Sommer weitergeht", unterstrich Guder. Nach der Blitzumfrage des Verbandes mussten bis Ende Juni viele Getränkefachgroßhändler Umsatz- und Ertragsrückgänge hinnehmen, die bei einigen prozentual sogar leicht zweistellig ausgefallen seien. Bei Gastronomiekunden hätten neben dem Ausfall der Biergartensaison bis Ende Juni Nichtraucher- Schutzgesetze und veränderten Ess- und Ausgehgewohnheiten eine Rolle gespielt.

Der Getränkefachgroßhandel ist eine große Drehscheibe zwischen den Getränkeherstellern wie Brauereien und Mineralbrunnen auf der einen Seite sowie dem Lebensmittel-Einzelhandel, Getränkefachmärkten und der Gastronomie auf der anderen Seite. Außerdem betreiben einige Fachgroßhändler auch eigene Getränkemärkte. Der BV GFGH hat rund 600 Mitgliedsunternehmen. Der Getränkefachgroßhandel umfasst insgesamt bundesweit 4200 vorwiegend mittelständische Betriebe, die zusammen etwa 55 000 feste Mitarbeiter beschäftigen. Der Jahresumsatz des Getränkefachgroßhandels wird auf 22 Milliarden Euro geschätzt.

Quelle: wa.de

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