Facebook-Nutzer helfen bei Suche nach vermisster Liesa Schulte

Spurlos verschwunden bleibt die 23-jährige Liesa Schulte aus Westönnen.

WERL - Hilfsbereitschaft, Sorge, Anteilnahme: Im sozialen Netzwerk Facebook häufen sich Reaktionen im Fall der spurlos verschwundenen Liesa Schulte aus Westönnen. Positiv dabei: Fast alle, die sich äußern, unterliegen nicht dem Reiz, sich selbst wichtig zu nehmen.

Das beste Beispiel war am Mittwochmorgen zu erleben. In einem Appell wandten sich Facebook-Nutzer an alle, in deren erweitertem Umfeld es theoretisch Hinweise auf die junge Werlerin gegeben haben könnte. Genau hier kann ein solches Netzwerk sinnvoll genutzt werden. Außerdem wurde eine öffentliche Gruppe „Wo ist Liesa Schulte?“ gebildet, der Facebook-Mitglieder beitreten können.

Lesen Sie zum Thema auch:

23-jährige Werlerin Liesa Schulte vermisst - Polizei steht vor Rätsel

Der Aufruf, das angefügte Fahndungsplakat auszudrucken und aufzuhängen, wo immer dies möglich sei, wurde prompt befolgt. „Fahndungsplakate in einem Großlager in Dortmund verteilt“, meldet Celestial D. „Verteilt im Amtsgericht“, schreibt Kim S. Reni R. wünscht „alles Gute“ und drückt die Daumen, „dass alles wieder wird“. Denise G. fährt jeden Tag die Strecke Werl-Dortmund und zurück. „Bringt das vielleicht etwas? Ich würde mich auch mal im Zug umgucken, und die Strecke Werl-Ense fahre ich jeden Tag mit dem Bus“, bietet sie ihre Unterstützung an. Noch einmal meldet sich Celestial D. zu Wort und appelliert: „Bitte helft mit. Wir, als unmittelbare Nachbarn, bekommen das Leid der Familie hautnah zu spüren. Soviel entsetzliches Leid.“ Maren B. regt an, die Plakate auch in Zügen oder im eigenen Auto anzubringen. Marina K. hängt die Plakate umgehend „bei der Firma Falke im Sauerland“ aus.

Die meisten Reaktionen im Internet sind erfreulich sachlich und vom Bemühen geprägt, wirklich zu helfen. Auch die Medien tragen weiterhin ihren Teil dazu bei, nicht zu sehr ins Boulevardeske abzugleiten, ernten hierfür ausdrücklich Lob der Ermittler.

Auch in Internet-Kommentaren überwiegt die Sachlichkeit. Auf Versuche von Vorverurteilungen reagiert der Anzeiger auf seiner Homepage prompt: Sie werden gelöscht.

Ausgiebig untersucht hat die Kriminalpolizei mittlerweile den Twingo, der nahe der Autobahnauffahrt „Werl-Süd“ der A44 entdeckt wurde – mit leerem Tank, unverschlossener Fahrertür und steckendem Zündschlüssel.

Verwertbar Neues gab es im Fall von Liesa indes auch am Mittwoch nicht. Die Eltern wandten sich in ihrer ganzen Verzweiflung an überregionale Medien und flehten darum, bei der Suche nach ihrer Tochter zu helfen. Liesa sei zuverlässig, ihr Verschwinden nicht zu erklären, sagten sie in Fernsehbeiträgen, in denen sie beiläufig erwähnten, dass ihre Tochter sich so sehr auf ein Jahr im Ausland gefreut habe. In wenigen Wochen habe sie eine zwölfmonatige Beschäftigung in den USA antreten wollen, die Abschiedsparty mit ihren Werler Freunden sei schon terminiert gewesen, sagte Mutter Annette Schulte mit tränenerstickter Stimme.

Derweil werten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft alle Aussagen und Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Verteilen von Fahndungsplakaten am späten Montagabend aus, ohne dass es bisher konkrete Hinweise geben würde. Der Zeitpunkt so spät am Abend war bewusst gewählt worden, weil genau eine Woche zuvor die junge Frau verschwunden war.

Rätselhaft bleibt vor allem, warum Liesas gelber Twingo mit leerem Tank, unverschlossener Fahrertür und steckendem Zündschlüssel nahe der Autobahnauffahrt „Werl-Süd“ der A44 abgestellt war. Auch und gerade deshalb hatten Hundertschaften der Polizei, unterstützt durch Suchhunde und Hubschrauber, das Gebiet um diese Fundstelle weiträumig durchkämmt – ohne Erfolg. Auch die intensive Untersuchung des Kleinwagens brachte die Ermittler nicht weiter.

Im Internet und in Fernsehbeiträgen tauchen mittlerweile weitere Fotos der 23-Jährigen aus Westönnen auf - Bilder, deren Veröffentlichung allerdings nach Aussage der Staatsanwaltschaft nicht weiterhelfen würde. Die Ermittler setzen unverändert auf das aktuelle Foto von Liesa Schulte. - di

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare