Hilferuf der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen

HAMM - Aus Sicht der Hochschulen ist Nordrhein-Westfalen nicht ausreichend vorbereitet auf den doppelten Abiturjahrgang 2013.

Von Detlef Burrichter

Die bisherigen Prognosen über die Entwicklung der Studierendenzahlen seien zu niedrig gewesen, sagte die Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der NRW-Fachhochschulen, Prof. Beate Rennen-Allhoff, unserer Zeitung gestern in Hamm. An der FH Bielefeld zum Beispiel seien die Planzahlen für 2013 bereits im vergangenen Jahr erreicht worden. Das Wissenschaftsministerium habe mit jeder Hochschule solche Zielvereinbarungen getroffen. Nach den bisherigen Erfahrungen „sind sicher noch weitere Anstrengungen erforderlich“. Von entscheidender Bedeutung werde es auch sein, dass das Land die erforderlichen Mittel für zusätzliche Studienplätze bereitstelle. „Es nützt ja nichts, einfach alle aufzunehmen. Es muss eine qualifizierte Ausbildung gewährleistet werden“, so Rennen-Allhoff.

Mit Schwierigkeiten rechnen die Hochschulen auch zum Start ins Wintersemester 2011/12, weil das zentrale Anmeldesystem für Studienanfänger nicht wie geplant einsatzbereit war. Da nun auch noch das Service-Verfahren der früheren ZVS, das an vielen Hochschulen etwa die Hälfte der Bewerber gesteuert habe, weggefallen sei, müssten die Hochschulen mit „weitaus größeren Anmeldezahlen“ klarkommen. „Wir sind extrem gefordert“, sagte Rennen-Allhoff. Die Hochschulen müssten vorübergehend mehr Personal einstellen. Vielen Studierenden stünde erneut ein holpriger Start ins Studium bevor – wenn sie wegen des Nachrückverfahrens erst nach Abschluss der Orientierungsphase starten könnten.

Das zentrale Anmeldesystem sei wegen technischer Probleme auf unbestimmte Zeit verschoben worden, so Rennen-Allhoff. Es bleibe aber das Ziel, ein Anmeldesystem zu etablieren, in das alle Studiengänge eingespeist sind. Der Start ins Studentenleben werde dann harmonischer verlaufen.

In Hamm stimmten die FH-Rektoren gestern ihre Ziel-vereinbarungen mit dem NRW-Wissenschaftsministerium ab. Außerdem starteten sie ein Online-Testverfahren für Studieninteressierte, die Hilfe bei der Wahl eines passenden Studiengangs suchen.

Quelle: wa.de

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