Qualvoller Hungertod

Soester Babymörderin verurteilt - Lebenslange Haft

[Update 15 Uhr] SOEST/ARNSBERG - Die 22-jährige Soester Babymörderin ist am Mittwoch zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die junge Mutter war angeklagt, ihr vier Monate altes Baby verhungert und verdurstet haben zu lassen. Der Säugling war Mitte November tot in der Wohnung der Angeklagten aufgefunden worden.

++ Aktuell ++ 

15.00 Uhr: Das Gericht ist überzeugt, dass die Angeklagte ihrer Tag bewusst war. Zwei Aspekte hätten den Mord ausgemacht. Zum ersten die Grausamkeit - was auch die Sachverständigen bestätigten. Nach dem Aufwachen des Kindes habe dieses mindestens einen Tag lang körperliche und seelische Qualen durchstehen müssen. Der zweite Aspekt sind die niedrigen Beweggründe der Angeklagten, nämlich die, dass sie nur feiern wollte und damit ihr eigenes Wohl über das Leben des Kindes stellte. In der Höhe des Strafmaßes hatte der Richter kein Spielraum: Für Mord gilt lebenslänglich. 

14.30 Uhr: Nach dem qualvollen Hungertod ihrer kleinen Tochter ist die 22 Jahre alte Mutter aus Soest wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Arnsberg folgte damit am Mittwoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Mutter hatte sich offensichtlich fast drei Wochen lang nicht um ihr Baby gekümmert.

Das twittert die Bildzeitung: 

12.42 Uhr: Die Beweisaufnahme ist geschlossen. Der Staatsanwalt plädiert für eine lebenslange Freiheitsstrafe. "Wir müssen davon ausgehen, dass ihr das bewusst war", sagt er und meint damit die Situation, in der die Angeklagte ihr Kind, vor einer Party mit Ecstasy und Amphetaminen, alleine in ihrer Wohnung ließ. Sie habe ihre knapp vier Monate alte Tochter wissentlich verhungern und verdursten lassen. Wegen der vorsätzlichen Tötung durch Unterlassen könne es keine Strafmilderung geben. Sie habe außerdem den Punkt erreicht "ihre Bedürfnisse nicht länger hinter denen ihres Kindes anzustellen".

Verteidiger Matthias Maier plädiert wegen des fetalen Alkoholsyndroms (vorgeburtliche Schädigung des Kindes von der schwangeren Mutter durch das Trinken von Alkohol) auf fahrlässige Tötung. Die Angeklagte selbst sagte: "Eigentlich ist es scheißeegal welche Straße ich bekomme. Ich bin mein ganzes Leben lang bestraft." Das Urteil wird gegen 14 Uhr erwartet.

12.30 Uhr: Der Staatsanwalt wirft der 22-Jährigen in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Arnsberg vor, sie habe das Kind wissentlich verhungern und verdursten lassen. Deshalb sei das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt.

Die junge Frau hatte zugegeben, dass sie im November vergangenen Jahres in einer Diskothek in Münster unter dem Einfluss von Ecstasy und Amphetaminen gefeiert hatte, während das Kind allein in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Soest lag. Der Säugling verhungerte und verdurstete.

11.40 Uhr: Der Ausbruch eines Häftlings aus der JVA Gelsenkirchen hat am Mittwoch den Verhandlungsbeginn im Mordprozess gegen eine junge Frau in Arnsberg verzögert. Die 22-Jährige, die ebenfalls in dem Gefängnis in Gelsenkirchen sitzt, war am Vormittag nicht rechtzeitig zum Beginn der Verhandlung am Landgericht gebracht worden. Erst am späten Vormittag traf sie ein. Der Häftling war am Morgen aus der JVA geflohen; ein Polizeisprecher in Gelsenkirchen bestätigte entsprechende Informationen der "Bild"-Zeitung.

Rund 20 Menschen warteten zu Beginn fast eine halbe Stunde vor dem Gerichtssaal auf den Beginn der Verhandlungen.

Die Bildzeitung twittert über den Babymord-Prozess:

++ Info ++

Seit Mitte Mai verhandelt das Schwurgericht am Landgericht Arnsberg den Fall. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus, da die junge Frau schon Wochen vor dem Tod ihres Kinds im Bekanntenkreis gelogen hatte, ihre Tochter leide an einem Hirntumor und werde in Kürze sterben. Die entscheidende Frage, die untersucht worden ist: Ist die 22-jährige schuldfähig? Ist sie eine eiskalte Mörderin, die bewusst und absichtlich den Hungertod ihrer Tochter einkalkuliert hat? Oder war sie durch Drogen, die sie auf einer Party in Münster konsumiert hat, so berauscht, dass sie womöglich nur eingeschränkt schuldfähig war? Und inwieweit hat die Alkoholsucht der eigenen Mutter während der Schwangerschaft Reife und Leistung des Gehirns der Angeklagten geschädigt?  - hs

Lesen Sie auch unsere Berichte über die bisherigen Prozesstage:

- Gutachter hält Angeklagte für eingeschränkt schuldfähig

- Kindheit geprägt von Alkoholsucht der Mutter

- Babymord in Soest: Vater im Prozess nicht zugelassen

- Zeugin: "Sie ist nicht böse, aber das hat sie geplant"

- Baby-Mord: "Fees Bild war auf ihrem Handy"

- Soester Babymord-Prozess: Niemand hatte Bedenken

- Baby-Mord in Soest: "Ich habe sie vergessen"

Quelle: wa.de

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