Entscheidung vertagt

Heinz-Kettler-Stiftung sendet positive Signale - und stellt klare Forderungen

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Werl/Ense/Möhnesee - Die Zukunft des Freizeitartikelproduzenten Kettler wird nicht mehr in dieser Woche entschieden. Zwar sendet der Vorstand der Heinz-Kettler-Stiftung Signale, die hoffen lassen. Allerdings wollen die Vorstandsmitglieder Andreas Sand und Werner Scheiwe ausschließen, „dass das unternehmerische Erbe von Heinz Kettler für ein paar – genau sind es deren 5 – symbolische Euro in fremde Hände gerät“.

Sand und Scheiwe trafen sich am Dienstagabend im „Haus Delecke“ am Möhnesee mit dem Anzeiger. Und sie redeten Klartext. 

Zwar begrüßen sie ausdrücklich, dass ein Investor gefunden worden sei, der das Unternehmen übernehmen wolle. Doch bevor die Stiftung die letzte fehlende Unterschrift zu leisten bereit ist, muss dieser Investor Vorgaben erfüllen, muss er im Detail darlegen, wie er „die Betriebstätigkeit der Kettler GmbH und den Erhalt der Arbeitsplätze in der Region sicherstellt“. 

Eines verhehlten Andreas Sand und Werner Scheiwe nicht: „Die 2016 begonnene Sanierung ist offenbar gescheitert.“ Das hat in dieser Deutlichkeit noch niemand gesagt. Man muss wissen: In diesen zwei Jahren sind dem Vernehmen nach fast 40 Millionen Euro „verbrannt“ worden. Bevor das noch einmal passiert, verlangt die Stiftung vom neuen Eigentümer Sicherheiten. Und einen Businessplan, der Aussagen zur Firmenstrategie und zum Management trifft. 

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Bemerkenswert in dieser für das Unternehmen dramatischen Lage: Sobald das vom Land mit dem Erstellen eines Gutachtens beauftragte Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen seine Expertise abgeliefert hat – gerechnet wird mit dem Papier zu Wochenbeginn –, wird es auf Initiative der IG Metall einen „runden Tisch“ geben; an ihm sollen Vertreter der Gewerkschaft, der Stiftung und des Investors Platz nehmen und alle Knoten durchschlagen. Damit ist klar, dass eine endgültige Entscheidung darüber, ob die Heinz-Kettler-Stiftung den Vertrag unterschreibt, erst in der zweiten Hälfte der kommenden Woche fallen kann. 

Stiftung sieht hohe Verantwortung

Eines betonten Sand und Scheiwe Dienstagabend: Sie sind verärgert darüber, dass „der Schuldige nur auf Seiten der Stiftung gesucht“ werde. Diese Stiftung sehe ihre hohe Verantwortung in der momentanen Situation, sagte Sand. Aber diese Stiftung soll eben auch „erneut Lasten im hohen zweistelligen Millionenbereich übernehmen“ – die Rede ist von fast 30 Millionen Euro. 

Erst vor zwei Jahren hatten Sand und Scheiwe einen hohen einstelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt. Stiftung und Stiftungsaufsicht prüfen den Vertragsentwurf darauf hin, ob er unter stiftungsrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten „wasserdicht“ ist. Die Stiftung dürfe den geforderten Beitrag nur leisten, „wenn dem eine gleichwertige Gegenleistung entgegen steht“. 

Fazit des Vorstandes: „Die Stiftung übernimmt dann weitere Lasten, wenn eine klare und nachhaltige Einigung sichergestellt ist und alle stiftungsrechtlichen Anforderungen erfüllt werden können.“ Man gehe davon aus, dass „alle Beteiligten konstruktiv und zügig an der Klärung dieser Fragen mitarbeiten.“

Quelle: wa.de

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