„Hansestadt“ Attendorn - Erste NRW-Städte beantragen Beinamen

+
Hagen machte den Anfang und gab den Anstoß für die jetzige Regelung.

DÜSSELDORF - Die ersten Städte in Nordrhein-Westfalen haben kurz nach Änderung der Gemeindeordnung beantragt, auch ganz offiziell Beinamen tragen zu dürfen. Im Düsseldorfer Innenministerium liegen Anträge von Solingen, Hagen und Attendorn vor.

Solingen will seinen Beinamen „Klingenstadt“ offiziell im Namen aufnehmen. Hagen möchte sich den Zusatz „Stadt der Fernuniversität“ geben. Und das sauerländische Attendorn hat den Beinamen „Hansestadt“ beantragt. Der Landtag hatte im Oktober solche Zusatzbezeichnungen erlaubt.

Die Zusatzbezeichnung erscheine nicht nur für den Bürger gut sichtbar auf den Ortsschildern, sondern auch im Geschäfts- und Rechtsverkehr, sagte Birgit Axler, Sprecherin des Innenministeriums. „Die Entscheidung ist keine Kleinigkeit“, stellte sie fest. Der Beiname solle dauerhaft und Ausdruck der Identität sein. Die Entscheidung müsse daher gut durchdacht sein. Voraussetzung für den Antrag beim Innenministerium sei eine qualifizierte Ratsmehrheit.

Aus Solingen heißt es, die Stadt sei weltweit bekannt für seine Schneid- und Besteckwarenindustrie. Sprecherin Sabine Rische sagte gestern: „Der Zusatzname ist imagebildend und steht für Qualität.“

Die Stadt Hagen war sich ihrer Sache schon einmal sehr sicher. Erst im Sommer hatte sie den Zusatz „Stadt der Fernuniversität“ von den Ortsschildern gekratzt. Die Aufschrift sei rechtswidrig, hatte die Bezirksregierung Arnsberg damals befunden. Das war Auslöser für die Gesetzesinitiative, den Zusatznamen zu erlauben. „Es gibt nur eine deutsche Fernuniversität. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, stellte Stadtsprecher Thomas Bleicher fest. Mit 70 000 Studenten habe Hagen die größte deutsche Hochschule.

Wer denkt bei Attendorn schon an „Hansestadt“? Aber genau diesen Titel wollen die Sauerländer. Und der Stadtarchivar Otto Höffer findet das mehr als logisch: Im 13. Jahrhundert waren die Attendorner in allen großen Handelsstädten an der Ostseeküste zu finden, nahmen wichtige Positionen ein bis hin zu der vom Bischof zu Lübeck. Als alte Tuchmacherstadt habe Attendorn am bedeutenden Verkehrsknoten Köln-Kassel und Lübeck-Frankfurt gelegen und darüber seine Handelsbeziehungen ausgebaut.

Andere Städte wie Essen und Münster hatten angekündigt, die Bürger an der Namensfindung zu beteiligen. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare