HammGas stellt Betriebsplan vor

Ascheberger Firma bohrt in Herbern-Nordick nach Gas

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Symbolbild

HAMM - Die HammGas GmbH & Co. KG reicht am heutigen Mittwoch den Betriebsplan für erste Probebohrungen nach Gas in der Region seit mehr als 20 Jahren bei der Bezirksregierung ein. Vorab stellte Geschäftsführer Ralf Presse im Hammer Kurhaus Einzelheiten der nicht unumstrittenen Bohrung in Herbern-Nordick vor.

Von Jan Schmitz

Das Bohrunternehmen stammt aus der Region. Die Daldrup & Söhne AG aus Ascheberg erhielt den Zuschlag für die Probebohrung in der Nachbarschaft. Über weitere Details wie zum Beispiel das Investitionsvolumen habe man Stillschweigen vereinbart, sagte HammGas-Geschäftsführer Ralf Presse.

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Beginn der Arbeiten soll – sofern die Genehmigung der Bergbehörde vorliegt - spätestens im September 2015 sein. Auf Nachfrage räumte Geschäftsführer Ralf Presse ein, dass aber auch ein späterer Bohrbeginn nicht ausgeschlossen werden könne.

Die Eckdaten der Bohrung hingegen stehen fest. 22 Meter wird der Mast in die Höhe ragen, die Bohrung selbst wird in eine Kluft in einer Tiefe von 927 Metern vorgetrieben.

Vom Bohrplatz auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Radbod 7 wird die Bohrung in nördlicher Richtung abgelenkt und kommt so auf eine Bohrlänge von insgesamt 1740 Metern.

Bohrungen auch nachts und am Wochenende

Für das gesamte Vorhaben sind maximal fünf Monate eingeplant, die Bohrung selbst wird zwei Monate in Anspruch nehmen. Dann wird rund um die Uhr – auch nachts und am Wochenende – gebohrt.

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Hier können Sie sich den Betriebsplan in voller Länge anschauen oder downloaden (PDF-Dokument, 54 Seiten)

Die im Vorfeld erstellten Gutachten hätten keine relevanten „Eingriffe in Natur und Landschaft“ ergeben, führte der HammGas-Geschäftsführer aus. Die nächsten, rund 500 Meter entfernten Hofstellen würden von der Bohrung praktisch nichts mitkriegen. Die Lärmprognose habe tagsüber die Lautstärke eines Gruppengesprächs (60dB) und nachts eines Einzelgesprächs (45 dB) ergeben.

Die Lichtstrahlung sei nachts durch Gelände und Bewuchs unterbrochen. Im Schnitt seien rund um die Bau- und später Bohrstelle vier Lkw-Fahrten eingeplant.

Wasser wird aufgefangen, analysiert und entsorgt

HammGas schloss Erdbeben („Erschütterungen des Bohrgeborges“) aus. Auch von den Arbeiten selbst gingen keine relevanten Erschütterungen aus. Das bei der Bohrung eingesetzte Wasser würde aufgefangen, analysiert und fachmännisch entsorgt.

Er rechne mit einer natürlichen radioaktiven Belastung des aufgefangenen Wassers, sagte Ralf Presse. Die bei der Bohrung eingesetzten Zusatzstoffe seien als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen oder biologisch abbaubar.

54 Seiten umfasst der Betriebsplan einschließlich Genehmigungsantrag, der seit dem Nachmittag auch auf hammgas.de öffentlich einsehbar ist. Das Bergamt bei der Bezirksregierung will sich trotz des von der HammGas eng gesetzten Zeitplans nicht unter Druck setzen lassen.

Kommunen und Behörden prüfen Betriebsplan

Auch wenn es sich nicht um das umstrittenene Fracking handele, sei die Methode der Tektomechanik neu und müsse besonders sorgfältig geprüft werden, hieß es zuletzt von der Bezirksregierung Arnsberg.

Allein die Beteiligung der Kommunen nehme mindestens drei Monate in Anspruch. Auch der Rat der Stadt Hamm wird sich mit dem Betriebsplan beschäftigen und hat die Probebohrung unter Zustimmungsvorbehalt gesetzt.

Über die Stadttochter Stadtwerke Hamm, die 30 Prozent von HammGas hält, hat der Rat direkten Einfluss in der Gesellschafterversammlung der HammGas.

Neben den Betriebsplan muss HammGas zudem eine wasserrechtliche Genehmigung beim Kreis Coesfeld beantragen. Die Untere Wasserbehörde hat ebenfalls eine intensive Prüfung angekündigt.

Quelle: wa.de

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