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Tötungsdelikt in Hamm: Ehefrau (81) mit Eisenstange erschlagen

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Von: Frank Lahme

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Zum dritten Mal innerhalb von viereinhalb Wochen ermittelt eine Mordkommission in Hamm. (Symbolbild) © Patrick Seeger/dpa

In der Nacht zu Dienstag ist es erneut zu einem Kapitaldelikt in Hamm gekommen. Zum dritten Mal innerhalb von viereinhalb Wochen ermittelt eine Mordkommission in der Stadt.

Hamm - Dieses Mal ist ist der Tatort ein Mehrfamilienhaus in Lohauserholz. Ein 84-jähriger Senior soll seine 81-jährige Ehefrau in der gemeinsam bewohnten Wohnung erschlagen haben. Der Sachverhalt scheint eindeutig. Alle Seiten gehen von einem letztlich tragischen Geschehen aus.

Der 84-jährige Rentner soll in den zurückliegenden Monaten Wahnvorstellungen entwickelt haben. So soll der bislang gänzlich unbescholtene Mann, wann immer er zuletzt ein Polizeiauto sah, befürchtet haben, verhaftet zu werden. Aus Angst und zur Verteidigung vor Einbrechern hatte er zudem eine Eisenstange und eine Vierkantholz neben der Wohnungstür deponiert.

Tötungsdelikt in Hamm: Leichnam lag im Schlafzimmer

Diese beiden Werkzeuge waren nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Carsten Dombert auch die Tatwaffen, mit der die Ehefrau erschlagen wurde. Der Beschuldigte verständigte offenbar unmittelbar nach der Tat über den Notruf 112 die Rettungskräfte. Wenig später wurde er von der Polizei festgenommen. Die Ehefrau wurde im Schlafzimmer neben dem Bett aufgefunden. Jede Hilfe kam für sie offenbar zu spät.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, war das Paar seit 62 Jahren verheiratet gewesen. Übergriffe oder Streitigkeiten habe es nie gegeben. „Kinder, Enkel und Nachbarn haben uns mitgeteilt, dass sie eine glückliche Ehe geführt hatten. Sie haben haben beide auch am sozialen Leben teilgenommen“, sagte Oberstaatsanwalt Dombert.

84-Jähriger aus Hamm festgenommen: Haftrichter entscheidet Mittwoch

Der 84-Jährige wurde ins Polizeigewahrsam verbracht. An diesem Mittwoch soll er von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht werden. Dieser soll klären, ob der Senior schuldfähig war. Von der Expertise wird vermutlich maßgeblich abhängig werden, ob der Beschuldigte bei der für den Mittag vorgesehenen Vorführung vor einem Haftrichter in Untersuchungshaft geht oder psychiatrisch untergebracht werden wird.

Rechtsanwalt Dennis Kocker hat die Verteidigung des Mannes übernommen. „Es sieht so aus, als dass es sich um einen tragischen Vorfall handelt“, sagte der Fachanwalt für Strafrecht. „Soweit möglich, werden wir an der Aufklärung mitwirken und auch mit der Staatsanwaltschaft reden“, kündigte Kocker am Dienstagnachmittag an.

Leichenfunde in Hamm

Der Fall ist bereits das dritte Tötungsdelikt innerhalb weniger Wochen. Ende Juni hatte ein Radfahrer in Sandbochum den verkohlten Leichnam einer Teenagerin aus Letmathe gefunden. Anfang Juli wurden schließlich im Hammer Osten die Leichen von zwei Männern (52, 40) aus Hamm und Bad Sassendorf in einem Wohnhaus entdeckt.

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