Im Hochsicherheits-Gericht

Terror-Prozess: Polizeibediensteter Thorsten W. aus Hamm bald auf der Anklagebank

Thorsten W. aus Hamm ist Teil der mutmaßlichen Terrorgruppe. So präsentierte sich der Polizei-Verwaltungsbeamte und Terror-Unterstützer im Netz am liebsten.
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In Wikingerkluft: So präsentierte sich Thorsten W. aus Hamm auf seiner Facebook-Seite.

Der Polizeibedienstete Thorsten W. aus Hamm wurde vor etwas mehr als einem Jahr festgenommen. Der Verdacht: Unterstützung der rechtsterroristischen „Gruppe S.“. Ab April sitzt Thorsten W. auf der Anklagebank.

Hamm/Stuttgart – Vor einem Jahr klickten die Handschellen. Am 14. Februar 2020 wurde der Polizeibedienstete Thorsten W. aus Hamm als mutmaßlicher Unterstützer der rechtsterroristischen „Gruppe S.“ festgenommen. Mit zwölf weiteren Männern sollte er sich zusammengeschlossen haben, um Mordanschläge auf Muslime, Moscheen, linke Gruppen oder Politiker zu planen und durchzuführen. Thorsten W. sollte der Gruppe Geld – angeblich 5000 Euro – für den Ankauf von Waffen angeboten haben.

Für den 51-jährigen aus Hamm wird es nun ernst. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass der Strafprozess gegen die nunmehr noch zwölf Angeschuldigten – der 13. hatte sich 2020 in der Untersuchungshaft umgebracht – eröffnet wurde. Ab dem 14. April wird in Stuttgart-Stammheim gegen die „Gruppe S.“ und damit auch Thorsten W., der seit seiner Festnahme in U-Haft sitzt, verhandelt. 30 Termine wurden zunächst bis zum 6. August angesetzt.

Terror-Prozess gegen Hammer Polizeibediensteten Thorsten W.

Der mit fünf Richtern besetzte 5. Strafsenat kommt in einem 2019 in Betrieb genommenen Gerichtsgebäude zusammen. Dieses verfügt über die für Hochsicherheitsverfahren erforderliche Infrastruktur mit modernster Sicherheits- und Medientechnik. Der 29 Millionen Euro teure Bau ersetzte das so genannte „Mehrzweckgebäude“ aus dem Jahr 1975, das vor allem durch die Prozesse gegen die RAF bundesweit bekannt wurde.

Die rechte Gesinnung von Thorsten W. war über Jahre im Polizeipräsidium Hamm bekannt gewesen. Konsequenzen wurden nie gezogen, disziplinarrechtliche Schritte nicht eingeleitet. Der Stuhl von Polizeipräsident Erich Sievert wackelte gehörig, als W. im Februar 2020 festgenommen wurde. Die Ermittlungen gegen Thorsten W. und die „Gruppe S“ hatte der Generalbundesanwalt geführt.

Terror-Prozess gegen Thorsten W. - angeklagt wegen Unterstützung rechtsterroristischer Vereinigung

Thorsten W. ist als einziger wegen Unterstützung einer rechtsterroristischen Vereinigung angeklagt. Den übrigen Angeschuldigten wird das schwerer wiegende Delikt der Mitgliedschaft in einer solchen Organisation zum Vorwurf gemacht. Lediglich ein Angeklagter befindet sich nicht in U-Haft. Er soll der Tippgeber an die Polizei gewesen sein und somit die Ermittlungen ins Rollen gebracht haben.

Wie der SWR berichtet, soll der mutmaßliche Anführer der Gruppe noch aus der U-Haft heraus versucht haben, einen Auftragskiller für diesen Hauptzeugen zu besorgen. Die Staatsanwaltschaft Augsburg soll ermitteln. Dies ließ sich am Donnerstagabend nicht mehr durch unsere Redaktion überprüfen.

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