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Neue Details im Fall Carina S.: Totes Mädchen über Konzert-Armband identifiziert

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Von: Cedric Sporkert

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Leichenfund in Hamm-Sandbochum: Ermittlungen der Polizei vor Ort.
In Hamm wurde am Freitag (24. Juni) eine Frauenleiche gefunden. Es handelt sich um die vermisste Carina S. aus Iserlohn. © Lothar Zimmermann, Jörg Heckenkamp, Frank Lahme

Es gibt neue Details zum Tod von Carina S., deren Leiche in Hamm gefunden wurde. Die Umstände bleiben aber rätselhaft. Der Tatverdächtige schweigt weiter.

Hamm - Nach seiner Festnahme am Samstag schweigt der unter Totschlagverdacht stehende Ex-Freund der 17-Jährigen, die am Freitag in Hamm tot aufgefunden wurde. Das erklärte Oberstaatsanwalt Carsten Dombert auf WA-Nachfrage. Zehn Tage lang galt Carina S. aus Iserlohn-Lethmathe als vermisst. Die Umstände ihres Todes bleiben rätselhaft und beschäftigen die Mordkommission.

StadtHamm
Fläche226,3 km²
Einwohner179.238

Leiche in Hamm gefunden: Neue Details zum Fall Carina S.

Bei der Untersuchung einer Scheune in Dortmund, die Verwandten des Beschuldigten gehört, ist offenbar Blut gefunden worden. Ein Leichenspürhund hatte dort angeschlagen, so Dombert. Deshalb sei eine Bodenprobe entnommen worden. Das Landeskriminalamt wertet sie noch aus.

Auch die Untersuchung von Fahrzeugen, die dem 26-jährigen Elektroniker aus Dortmund zur Verfügung standen, sei noch nicht beendet. Weitere technische Geräte wie das Handy des Beschuldigten würden ebenfalls durchforstet – etwa mit Blick auf die Standortdaten des mutmaßlichen Täters. Er hatte bis etwa zehn Tage vor ihrem Verschwinden eine Beziehung mit der 17-Jährigen. Weshalb sich die beiden trennten, bleibt unklar.

Die Hauptschülerin kam letztlich durch massive Gewalt gegen den Hals zu Tode. Die Ermittler erhoffen sich durch die Auswertungen vor allem Erkenntnisse auf den Tatort. Auch wann Carina S. genau gestorben ist, stehe nicht fest und werde rechtsmedizinisch untersucht. Sicher sei, dass sie mehrere Tage tot war, bevor sie in Hamm abgelegt wurde. Hinweise auf weitere Verletzungen oder eine mögliche Vergewaltigung lägen unterdessen nicht vor, so Dombert.

Neue Details im Fall Carina S.: Totes Mädchen in Hamm über Konzert-Armband identifiziert

Auch bedingt durch den Einsatz von Brandbeschleuniger ist die Leiche nach Angaben Domberts erheblich verkohlt gewesen, als sie gefunden wurde. Inwieweit sie bekleidet war, ist unklar. Man habe nur erkennen können, dass es sich um eine junge Frau handeln müsse. Dass schnell feststand, dass es sich um Carina S. aus dem 48 Kilometer entfernten Iserlohn im Sauerland handelte, hänge mit einem Konzert-Armband zusammen, das das Mädchen getragen habe. Ein solches habe sich Dombert zufolge auch am Handgelenk des Leichnams befunden. Eine Überprüfung des Zahnstatus habe Gewissheit gebracht.

Der 26-Jährige hatte zwei Tage nach dem Verschwinden der 17-Jährigen ihren Schäferhund bei den Eltern abgeliefert. Das mache ihn nun verdächtig. Er habe den Eltern erklärt, dass er im Wald nach dem Teenager gesucht und dabei den Hund entdeckt habe. Doch die Eltern hatten da die übliche Gassi-Runde längst selbst bereits abgesucht. Auch die Polizei hatte das Waldstück mit einem Großaufgebot und unter Einsatz eines Helikopters durchkämmt. Dass der Hund dabei nicht gefunden wurde, sei unwahrscheinlich, so Dombert, zumal das Tier den Weg nach Hause gut kenne.

Der 26-Jährige war nach dem Verschwinden bereits als Zeuge vernommen worden. Von seiner Festnahme sei er überrascht gewesen, sagte Dombert. Nach Berichten der „Bild“-Zeitung soll sich der Handwerker in sozialen Netzwerken noch kurz zuvor besorgt gezeigt haben: „Noch nichts Neues. Ich hoffe, es geht ihr gut.“

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