Video aus Hamm

Wütender Bauer im Facebook-Video: Johannes Laurenz findet Müll am Bachlauf und ist sauer

Eine üble Brühe fließt durch den Erlenbach: Das Wasser und der Müll darin kommen aus einer Regenwasserbehandlungsanlage.
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Eine üble Brühe fließt durch den Erlenbach: Das Wasser und der Müll darin kommen aus einer Regenwasserbehandlungsanlage.

Binden, Kondome, Klopapier, Feuchttücher hängen in den Büschen im Wald. Mit einem Facebook-Video zeigt ein Landwirt, wie ungeklärtes Wasser durch die Natur rauscht.

Hamm - Johannes Laurenz ist sauer. Richtig sauer. Der Landwirt steht an einem Bachlauf, der nicht nur Hochwasser führt, sondern auch Müll. Binden, Kondome und Toilettenpapier bleiben am Ufer hängen. Seit geraumer Zeit stinke ihm das, sagt er. Und jetzt wolle er das mal öffentlich machen. Auf Facebook. Das Fünf-Minuten-Video, das er dort gepostet hat, sorgte am Freitag in Internet und Sozialen Medien für Aufsehen.

Laurenz‘ Hof liegt in Werne, aber er bewirtschaftet auch Flächen in Bockum-Hövel. Und dort fließt der Erlenbach, geradewegs an Laurenz‘ Feldern und einem kleinen Wald vorbei, um den er sich kümmert.

Der Unrat, der dort hängen bleibt, und den er immer wieder entfernt, stamme aus dem nahen Regenrückhaltebecken an der Stockumer Straße, sagt Laurenz. Ganz normaler Niederschlag reiche, um es überlaufen zu lassen. Und dann „läuft die ganze Suppe in die Natur“. Jeden Tag liefen zahlreiche Menschen, gerne mit Hunden, hier vorbei, stören würden sie sich daran aber offenbar nicht.

Lippeverband ist das Problem bekannt

Das Regenrückhaltebecken gehört dem Lippeverband, und dort ist man über die Situation durchaus im Bilde. Offiziell spreche man von einer „Regenwasserbehandlungsanlage“, sagt Sprecherin Anne-Kathrin Lappe. Und die diene der Trennung von sauerem Regen- und schmutzigem Abwasser.

Das Mischwasser werde in so einer Anlage zunächst „angehalten“, erklärt Lappe. Die schweren Schmutzsedimente sinken nach unten und werden durch einen Abwasserkanal zur Kläranlage geleitet. Oben schwimmt demzufolge weitestgehend sauberes Regenwasser. Wenn eine bestimmte Menge erreicht ist, schwappt es über eine Schwelle und fließt in ein angrenzendes Gewässer – in diesem Fall in den Erlenbach.

Abfälle gehören in den Hausmüll

Bei starkem Regen werde das Wasser im Becken aufgewühlt, fährt Lappe fort. Und dann komme doch wieder nach oben, was eigentlich auf dem Grund bleiben solle, wie der Müll. Der sei auch für den Lippeverband ein Ärgernis. Denn immer wieder würden in den Haushalten Dinge durch die Toiletten gespült, die dort keinesfalls hingehören: Binden, Einweghandschuhe und Kondome. Und dann seien da noch Feuchte Toilettentücher, die eine viel festere Struktur als normales Toilettenpapier haben und sich deshalb nur langsam zersetzen. Das alles gehöre in den Hausmüll und nicht ins Abwasser.

Am Erlenbach würden Lippeverband-Mitarbeiter in den nächsten Tagen aufräumen, wie schon so oft. Johannes Laurenz geht es noch um mehr. Diese Probleme gebe es im ganzen Land, sagt er. Und immer wieder heiße es, die Bauern seien Schuld. Wenn er auf den Feldern daneben Gülle ausbringe, dann gebe es Stinkefinger und Beleidigungen. Aber für den Zivilisationsmüll fühle sich offenbar niemand zuständig. Tatsächlich, sagt Lippeverbands-Sprecherin Lappe, habe man hier bisher keine Beschwerden gehört.

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