Halver als "PopUp-City"

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Halvers Einkaufsmeile im Spiegel des Schaufensters von „Let’s fix it“. Erst seit Kurzem hat sich dort das Geschäft und der Reparaturbetrieb für Laptop, Handy und PC angesiedelt.

Halver - Die Stadt Halver soll zur „PopUp-City“ werden. Das ist die Empfehlung der regionalen Leader-Arbeitsgruppe.

Bewilligt die Bezirksregierung den entsprechenden Antrag auf Mittel aus dem Strukturförderprogramm für den ländlichen Raum, könnte dies einen wichtigen Schritt zur Belebung der Innenstadt bedeuten. 

Antragstelle ist der Verein Stadtmarketing Halver, der laut Leader-Regelement 35 Prozent der Kosten selbst aufbringen müsste. Die verbleibenden 65 Prozent würden aus der Förderung fließen. Insgesamt geht es um fast 60 000 Euro und einen Zeitraum von drei Jahren. 

Start könnte bei einem positiven Votum der Bezirksregierung im Frühjahr 2019 sein, hofft Matthias Clever, Geschäftsführer des Stadtmarketings Halver. 

Risiken minimieren

Inhaltlich geht es darum, Existenzgründern im Einzelhandel, in der Gastronomie oder möglicherweise auch überregionalen Unternehmen die Chance zu eröffnen, ihr Geschäftsmodell mit überschaubarem Aufwand in die Realität umzusetzen. 

Es gebe Interessenten und eine überaus positive Resonanz, hat Clever im Vorfeld festgestellt. Doch vielfach scheiterten die Versuche, sich mit einer Geschäftsidee niederzulassen, an ganz einfachen Dingen, so die Erfahrung. Das beginne damit, dass es mit Risiken behaftet sei, gleich zu Beginn einen mehrjährigen Mietvertrag abzuschließen. 

Die Idee der „PopUp-City“ dagegen: Es soll möglich sein, die Idee über drei Monate auszuprobieren mit einem festen Start- und Enddatum. Und auch in anderer Hinsicht könnte das Stadtmarketing mit Unterstützung der Leader-Mittel potenziellen Gründern unter die Arme greifen. 

Vorgesehen ist, über den Projektzeitraum einen „PopUp-City“-Manager einzustellen, der die Funktion als Scharnier zwischen Vermietern, Stadt und Interessenten übernehmen soll. Mit einer Viertelstelle, also etwa zehn Stunden pro Woche, würde derjenige Netzwerkpflege betreiben und im Vorfeld abklopfen, was in welcher Immobilie überhaupt möglich ist, welche Art der Nutzung erlaubt ist oder ob Parkplätze nachgewiesen werden müssen. 

Für jeden der zurzeit etwa 17 Leerstände könnte ein Exposé nach einheitlichen Kriterien entstehen, das auch über eine eigene, noch zu schaffende Website einzusehen wäre. 

Frühzeitig reagieren 

Im Auge behalten soll der Projektmanager zudem sich abzeichnende Entwicklungen, wenn beispielsweise Geschäftsinhaber vorhaben, in absehbarer Zeit in den Ruhestand zu gehen. Auch hier könnte das Stadtmarketing im Vorfeld tätig werden, um Leerstände gar nicht erst entstehen zu lassen, so die Hoffnung.

Ins Leader-Programm passt der Antrag nach Clevers Einschätzung unter zwei Gesichtspunkten: Die Förderung zielt auf „Lebenswerte Städte und Dörfer“ der Region, außerdem auf einen „innovativen und nachhaltigen Wirtschaftsstandort der Städte und Gemeinden Oben an der Volme“. 

Langfristige Belebung 

Vor diesem Hintergrund müsse man auch die längerfristige Ausrichtung des neuen Halveraner Projekts betrachten. „Das darf kein Strohfeuer sein“, sagt Clever. Es müsse darum gehen, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die Halver biete, und zu einer weiteren Belebung der Innenstadt zu kommen. Und im Hintergrund spiele auch eine Rolle, langfristige Bindungen von Geschäften, Dienstleistern oder Gastronomie zu erreichen.

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