Prozess in Arnsberg

Mit dem Gullydeckel in die Tankstelle - Bande jetzt vor Gericht

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Symbolbild

Kreis Soest/Arnsberg - In unterschiedlicher Zusammensetzung nutzten sechs Männer Gullydeckel als Einbruchswerkzeug, verschafften sich Zugang in Tankstellen, klauten massenhaft Zigaretten und verkauften sie. Nun müssen sie sich vor Gericht verantworten.

Das Muster war offenbar irgendwann ausreichend erprobt, um immer wieder angewandt zu werden: Einer wirft eine Gullyabdeckung in die Scheibe einer Tankstelle oder eines Tabakwarengeschäfts, einer oder zwei greifen sich die Zigaretten aus den Regalen und tragen sie in Bettlaken raus. Derweil steht mindestens ein Fluchtauto bereit, in dem der Fahrer, mitunter auch ein Beifahrer aufpasst, dass „keiner guckt“. 

Zwölf Fälle von derartig vollzogenem „schweren Bandendiebstahl“ werden seit Donnerstag von der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Arnsberg verhandelt. In zwei Fällen blieb es beim Versuch – in Bad Sassendorf war die Scheibe nicht zu knacken. In einem anderen Fall in Meschede tauchte eine Zeugin auf. Angeklagt sind sechs Männer. 

Wer hat wann was angestellt?

Angesichts der Gerichtstermine, die schon jetzt bis zum 2. Juli angesetzt sind, wird deutlich, dass es nicht leicht sein wird, juristisch einwandfrei zu klären, wer wann wo was angestellt hat. Fakt ist, dass der Sachschaden, den die größtenteils geständigen Angeklagten angerichtet haben, um ein Vielfaches höher liegt als der Wert der erbeutetet Zigaretten. 

Soester Polizei klärt zusätzliche Angaben

Dazu kommt: 85 weitere Diebstähle hat einer der Haupttäter am 19. März bei der Soester Polizei zu Protokoll gegeben. Die ist seitdem damit beschäftigt, mit den entsprechenden Polizeibehörden die Fakten abzuklären.

Die Bande wurde meist von Dortmund aus aktiv. Angeklagt sind Diebstähle in Soest (Shell, Niederbergheimer Straße), Bad Sassendorf (HEM), Wickede/Ruhr (Shell), Castrop-Rauxel, Beckum, Rheda-Wiedenbrück, Arnsberg, Meschede, Langenfeld, Wermelskirchen. Manche Tankstellen wurden zweimal heimgesucht. 

Alibi von einer JVA 

Nach Verlesung der Anklageschrift konnte die Strafkammer am ersten Prozesstag lediglich mit der Anhörung des Angeklagten beginnen, der offenbar „nur“ gebraucht wurde, wenn beim Schmiere stehen „ein Paar Augen fehlte“. Zweimal – so die Staatsanwaltschaft – habe er im Auto gesessen und aufgepasst, während die anderen Einbruch und Diebstahl verübten.

Nein, er sei nur einmal, im September in Meschede, dabei gewesen. Für den anderen Vorwurf habe er ein Alibi – eine Justizvollzugsanstalt (JVA) in Tschechien kann darüber Auskunft geben. Auch das muss gerichtsverwertbar geklärt werden. Weiter geht der Prozess am 17. Mai.

Quelle: wa.de

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