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Gülle-Skandal: 50 Durchsuchungen in NRW - Landwirt aus MK im Fokus der Ermittlungen

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Landwirt aus dem Märkischen Kreis. Der 46-Jährige steht im Mittelpunkt eines Gülle-Skandals und weiterer Straftaten.

Hamm - Das Landeskriminalamt hat am Dienstag (29. März) bei einer großangelegten Durchsuchung rund 50 Objekte in Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Bundesländern kontrolliert - darunter auch in Halver. Hintergrund ist ein langjähriger Gülle-Skandal. Im Fokus der Ermittlungen steht ein 46 Jahre alter Landwirt aus dem Märkischen Kreis.

KreisMärkischer Kreis
Landwirtschaftliche Betriebe (Haupterwerb)rund 350
Flächerund 80 Prozent des Kreises werden land- und forstwirtschaftlich genutzt

Gülle-Skandal: 50 Durchsuchungen in NRW - Landwirt aus MK im Fokus der Ermittlungen

Dort waren erst im Februar 2022 rund 20.000 Liter Gülle aus dem Tank eines Hofes auf eine Wiese abgelaufen. Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen, dass es sich nicht um den entsprechenden Fall handele, sondern um einen „ähnlich“ gelagerten. Die Ermittlungen dauern demnach weiter an.

Bekannt ist, dass die Staatsanwaltschaft Hagen gemeinsam mit dem Landeskriminalamt und der Steuerfahndung des Straf- und Bußgeldsachen Finanzamtes Hagen unter Beteiligung des Hauptzollamts Dortmund gegen insgesamt 23 Beschuldigte ermittelt. Hauptbeschuldigter ist der 46-jährige Mann aus dem Märkischen Kreis, gegen den verschiedene Vorwürfe erhoben werden.

Gülle-Skandal: Landwirtschaftskammer gibt Hinweise

„Aus Hinweisen der Landwirtschaftskammer ergab sich zunächst der Verdacht, er habe über mehrere Jahre Gülle, Gärreste und ähnliche Substanzen übernommen und diese - zum Teil unter Verschleierung des Verbleibs - einer nicht ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt“, heißt es in einer Mitteilung des Landeskriminalamts.

LKA-Einsatz bei Landwirt im Märkischen Kreis.
Auch bei einem Landwirt in Halver war das Landeskriminalamt im Einsatz. © Hesse, Florian

Die Ermittlungen der Beamten erbrachten Hinweise, die auf weitere Straftaten hindeuteten - „insbesondere des Betrugs, der Schwarzarbeit und auch steuerlicher Delikte“. Die weiteren Beschuldigten stehen überwiegend in Verdacht, den Landwirt durch Transport und Übernahme der Stoffe unterstützt bzw. ihm geholfen zu haben, Geschäftspartner über Umfang und Qualität der erbrachten Leistungen zu täuschen, heißt es weiter.

Gülle-Skandal: Mehr als 50 Durchsuchungen in NRW und angrenzenden Bundesländern

Mehr als 50 Durchsuchungsbeschlüsse haben die Beamten heute vollstreckt. Durchsucht wurden Wohnungen, landwirtschaftliche Betriebe, Firmen und Büros von Beschuldigten und Zeugen. Schwerpunkt der Maßnahmen war NRW, so das Landeskriminalamt, einzelne Objekte befanden sich in angrenzenden Bundesländern.

„Ziel der Durchsuchungen war die Sicherstellung umfangreicher Beweismittel, deren Auswertung voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen wird“, heißt es abschließend. *come-on.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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