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Grundsteuer-Reform: Wichtige Informationen für Grundstückseigentümer

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Von: Alexander Schäfer

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Post vom Finanzamt in Ihrem Briefkasten gefunden? Grundstückeigentümer in NRW müssen sich auf die Reform der Grundsteuer einstellen. Was es zu wissen gibt.

Düsseldorf – Auf die Grundstückseigentümer in Nordrhein-Westfalen kommt Arbeit zu. Zwischen dem 1. Juli und 31. Oktober 2022 müssten sie elektronisch eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts beim Finanzamt einreichen. Auf der Grundlage setzen Städte und Gemeinden die neu berechnete Grundsteuer fest, die dann ab dem Jahr 2025 zu zahlen ist. Fragen und Antworten zum Thema.

Reform der Grundsteuer: Bekomme ich als betroffener Eigentümer noch Post?

Ja. Das NRW-Finanzministerium teilte auf Anfrage mit, dass alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngrundstücken und Betrieben der Land- und Forstwirtschaft bis Ende Juni ein individuelles Informationsschreiben erhalten. Die Schreiben würden kontinuierlich versandt.

Post vom Finanzministerium: Was steht in dem Schreiben drin?

Informationen zur Grundsteuerreform sowie Daten, die den Betroffenen bei der Erstellung der Feststellungserklärung unterstützen, zum Beispiel das Aktenzeichen, die Grundstücksfläche und der Bodenrichtwert. Im Normalfall müssen die Betroffenen selbst „nur“ Baujahr, Wohnfläche und Haustyp recherchieren.

Wie kommen die Daten der Grundstückseigentümer zum Finanzamt?

Grundsätzlich soll die Datenübermittlung online über das Portal Elster erfolgen. Aber: Bürger, die beispielsweise über keinen Internetzugang verfügen, können Papiervordrucke telefonisch oder vor Ort bei ihrem Finanzamt anfordern.

Bis zum 31. Oktober 2022 müssen die Daten übermittelt werden. Zu einer bereits diskutierten Verlängerung der Frist sagte das NRW-Finanzministerium am Freitag Nein.

Wie viele Eigentümer in NRW sind von der Reform der Grundsteuer betroffen?

In NRW sind Grundvermögen (rund sechs Millionen wirtschaftliche Einheiten) und land- und forstwirtschaftliches Vermögen (rund 500 000 wirtschaftliche Einheiten) neu zu bewerten.

Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 10. April 2018 die gesetzlichen Regelungen zur Grundsteuer für unvereinbar mit dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes erklärt.

Wie hoch ist die Grundsteuer?

Bei den 396 Städten und Gemeinden in NRW reichte in 2020 die Spannweite bei der Grundsteuer A von 110 Prozent (Verl im Kreis Gütersloh) bis 870 Prozent (Hürtgenwald im Kreis Düren). Den geringsten Hebesatz bei der Grundsteuer B meldete mit 190 Prozent ebenfalls Verl (Kreis Gütersloh), den höchsten Wert verzeichnete hier mit 959 Prozent Bergneustadt (Oberbergischer Kreis). Der Gewerbesteuerhebesatz war in Monheim am Rhein (Kreis Mettmann) und in Leverkusen mit 250 Prozent am niedrigsten – in Oberhausen und Mülheim an der Ruhr mit 580 Prozent war er am höchsten.

Muss ich künftig mehr Grundsteuer zahlen?

Das kommt auf die jeweilige Kommune an. Es ist beabsichtigt, die Grundsteuer aufkommensneutral zu reformieren. Das Finanzministerium in Düsseldorf will transparent machen, ob seitens der Kommune mit den Hebesätzen nach der Reform Steuern erhöht, gesenkt oder gleich gelassen werden.

Zudem erhöht die EZB den Leitzins - das hat bestimmte Folgen.

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