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Grundsteuer in NRW: Nutzer frustriert wegen Elster- Fehlermeldung

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Von: Alexander Schäfer

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Eigentümer von Grundstücken müssen eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts beim Finanzamt abgeben. Die Fehlermeldungen bei Elster sind aber frustrierend.

Düsseldorf – Grundstückseigentümer in Nordrhein-Westfalen können seit dem 1. Juli eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts beim Finanzamt einreichen. Erste Rückmeldungen zeigen: Das Online-Formular ist wenig verständlich und offenbar fehleranfällig.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,9 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Grundsteuer in NRW: Eigentümer wegen Elster-Fehlermeldungen frustriert

Das Finanzministerium in Düsseldorf verneint eine falsche Programmierung, will allerdings mit Erklärvideos nachbessern. Bis Ende Juni sollten betroffene Grundstückseigentümer Post vom Finanzamt bekommen haben. In einer Übersicht stellt das Amt Informationen zur Verfügung, die beim Erstellen der Erklärung helfen sollen. Grundsätzlich soll die Datenübermittlung online über das Portal Elster erfolgen.

Unter anderem muss man zunächst Gemarkung, Flur und Flurstück eingeben. Doch sowohl Nutzer in Altena als auch in Hamm erhielten beim Eintrag ihrer Gemarkung eine Fehlermeldung von Elster. „Das ist unfertiger Mist“, sagt Peter Becker. Der Lüdenscheider ist pensionierter Bänker, er kennt sich mit Elster, Steuerformularen und Wohnflächen aus. Doch an der Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts scheiterte er. Auch der Anruf bei der im Schreiben vom Finanzamt angegebenen Hotline brachte keinen Erfolg.

Das ist nicht ausfüllbar.

Peter Becker aus Lüdenscheid über das Elster-Formular

Im Gegenteil: Er wurde an die Hotline von Elster verwiesen – und von dort wieder zurück zum Finanzamt. Immerhin zeigten die Mitarbeiter bei der Hotline Verständnis für Beckers Frust. Das Programm laufe vorne und hinten nicht, sei ihm gesagt worden. Sein Fazit: „Das ist nicht ausfüllbar.“ Er werde deshalb nun beim Finanzamt ganz klassisch Formulare zum Ausfüllen anfordern.

Grundsteuer in NRW: Behörde verweist auf Klick-Anleitung im Internet

Bei der Oberfinanzdirektion NRW in Münster scheinen die Probleme noch nicht angekommen zu sein. „Die von Ihnen geschilderten Schwierigkeiten sind nicht als Fehler bei einer Übermittlung über Elster bekannt“, hieß es lapidar auf Anfrage unserer Redaktion. Statt konkret auf unsere Fragen einzugehen, verweist die Behörde auf eine ausführliche Klick-Anleitung auf ihrer Internetseite. Immerhin: Das Düsseldorfer Finanzministerium erklärt auf Nachfrage, Meldungen über Fehler nachgehen zu wollen.

Derweil war der Andrang bei den Formularen zur Grundsteuerreform so groß, dass die Plattform Elster zusammengebrochen ist. Man arbeite an einer Lösung, hieß es auf der Internetseite.

Im Bundesfinanzministerium ist man bereits einen Schritt weiter. In seinem Auftrag wird ein Online-Service angeboten, der auf Standardfälle von Privatbesitzern auch in NRW zugeschnitten und dadurch – Zitat – „deutlich vereinfacht im Vergleich zu Elster“ sei. Ziel sei, die Abgabe der Grundsteuererklärung so stressfrei wie möglich zu machen.

Einen Haken hat aber auch diese Sache: Aktuell können Personen mit einem Elster-Konto diese Plattform aus Berlin aus technischen Gründen nicht nutzen. Ab spätestens September werde die Nutzung mit dem Elster-Konto möglich sein. Abgabefrist für die Erklärung ist der 31. Oktober 2022.

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