Grüne wollen keine Atommüllverschiebung aus Jülich

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DÜSSELDORF/JÜLICH - Die Grünen wollen keine Verschiebung des Atommülls aus dem Forschungsreaktor Jülich ins Zwischenlager Ahaus oder in die USA. "Für uns hat die sichere Lagerung des Atommülls in Jülich oberste Priorität", sagte die nordrhein-westfälische Landesparteichefin Mona Neubaur der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

In einem Brief an alle Bezirks-, Kreis- und Ortsvorsitzenden der Grünen in NRW versichert die Parteispitze, an dieser auch im rot-grünen Koalitionsvertrag fixierten Position nicht zu rütteln. Dort lehnen SPD und Grüne "sinnlose und gefährliche Atomtransporte quer durch NRW" ausdrücklich ab. "Wir wollen, dass die Castoren, vor allem die in Jülich lagernden, nur noch einmal transportiert werden - nämlich zu einem Endlager, wenn hierfür ein Standort gefunden ist", heißt es dort.

Wo der Atommüll aus dem Forschungsreaktor landen soll, ist nach wie vor unentschieden. Das notwendige Gutachten zur Erdbebensicherheit für eine weitere Zwischenlagerung in Jülich liege noch nicht vor, erläutert die Parteispitze in ihrem Brief an die Basis. In den vergangenen Tagen hatten Atomkraftgegner Druck gemacht und die Grünen aufgefordert, einen Transport der 152 Castorbehälter aus Jülich in die USA klar auszuschließen.

Das NRW-Wirtschaftsministerium hatte im vergangenen Sommer als atomrechtliche Aufsichtsbehörde angeordnet, das Lager in Jülich unverzüglich zu räumen, weil es nicht als erdbebensicher gilt. Die konkrete Gefährdung werde im laufenden Genehmigungsverfahren des Bundesamts für Strahlenschutz bewertet, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. "Es ist allein Aufgabe des Forschungszentrums, eine nachvollziehbare Entscheidung darüber zu treffen, welche der drei Optionen - USA, Ahaus, neues Zwischenlager in Jülich - letztlich umgesetzt werden soll, um der Verpflichtung zur unverzüglichen Räumung nachzukommen." Das Forschungszentrum hatte beantragt, die Castoren weitere drei Jahre in Jülich zu lagern.

Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) habe keine Präferenz, teilte ein Sprecher mit. "Der Minister sieht in erster Linie das Forschungszentrums Jülich in der Pflicht, schnellstmöglich die erforderlichen Genehmigungen zu erwirken, um eine rechtssichere Aufbewahrung der Kernbrennstoffe zu gewährleisten."

Der Atomversuchsreaktor Jülich war 1988 abgeschaltet und die Brennelemente in ein Zwischenlager des dortigen Forschungszentrums gebracht worden. - lnw

Quelle: wa.de

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