Rot-Grün will Latinum für Lehrer überprüfen 

Düsseldorf - Wer Gesamtschüler oder Gymnasiasten unterrichten möchte, braucht ein Latinum - das gilt selbst für Französisch- und Englischlehrer. Ob diese Landesverordnung sinnvoll ist, wollen SPD und Grüne nun überprüfen.

SPD und Grüne wollen die Latinumspflicht für Lehramtsstudenten in Nordrhein-Westfalen auf den Prüfstand stellen. Auslöser ist eine Resolution der Studentenvertretung der Ruhr-Uni Bochum, der zufolge der nachträgliche Erwerb des Latinums häufig zu längeren Studienzeiten oder gar Studienabbruch führen, wie die "Rheinische Post" am Mittwoch berichtete.

Die Fraktionen von SPD und Grünen bestätigten auf dpa-Anfrage, dass sie einer Überprüfung offen gegenüberstehen. Eine Landesverordnung schreibt das Latinum für Gymnasial- und Gesamtschullehrer in Fächern wie Französisch, Englisch, Geschichte oder Philosophie vor. Es kann nach mehreren Jahren in der Schule oder später in mehreren Semestern an der Uni erworben werden.

Die Grünen-Hochschulexpertin Ruth Seidl sagte, die Latinums-Pflicht für Lehramtsstudierende sei nicht mehr zeitgemäß. Die fachliche Notwendigkeit lateinischer Sprachkenntnisse für die festgelegten Fächer erschließe sich nicht. Sie verwies auf andere Bundesländer: "Bayern und Niedersachsen haben sich bereits von der Latinums-Pflicht verabschiedet."

Ein Sprecher der SPD-Fraktion sagte, man sei offen für eine Diskussion, ohne vorher auf ein Ergebnis festgelegt zu sein.

Laut CDU schult Latein das argumentative Denken, ist die Grundlage der meisten europäischen Sprachen sowie für Religion und Philosophie. Das Latinum solle als Teil einer anspruchsvollen Lehrer-Ausbildung vorgeschrieben bleiben.- dpa

Quelle: wa.de

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