Grubenwasser heizt Schulen und Feuerwache in Bochum

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Die stillgelegte Zeche "Robert Müser" in Bochum.

BOCHUM - An einer stillgelegten Steinkohlen-Zeche in Bochum werden künftig zwei Schulen und eine Feuerwehrwache mit Hilfe von Grubenwasser beheizt. Der nordrhein-westfälische Energieminister Garrelt Duin (SPD) nahm die Pilotanlage zur Wärmenutzung von Grubenwasser im Keller der Willy-Brandt-Gesamtschule am Montag offiziell in Betrieb.

Das Projekt an der ehemaligen Zeche "Robert Müser" sei in dieser Art einmalig in Deutschland, sagte Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum, die die Anlage gemeinsam mit dem Bergbauunternehmen RAG realisiert haben.

Bisher hat die RAG das etwa 20 Grad warme Grubenwasser ungenutzt aus der stillgelegten Zeche abgepumpt. Jetzt erhitzt das Wasser aus 570 Metern Tiefe über einen Wärmetauscher die Heizungsrohre der drei umliegenden öffentlichen Gebäude. "Damit ist das Wärmepotenzial bisher nur zu zehn Prozent ausgenutzt", sagte Spohn. Die Stadtwerke hoffen daher, in Zukunft weitere Haushalte oder Betriebe an die natürliche Wärmequelle anschließen zu können.

"Mit 'Robert Müser' nutzen wir ein enormes Wärmepotenzial, welches bisher einfach verloren ging", sagte RAG-Technikvorstand Jürgen Eikhoff. Allein im Ruhrgebiet pumpe das Unternehmen jährlich rund 100 Millionen Kubikmeter Grubenwasser ab, um das Volllaufen noch aktiver Stollen zu verhindern. Derzeit werde geprüft, ob auch andernorts an Ruhr und Saar Grubenwasser wirtschaftlich zur Wärmegewinnung genutzt werden kann. Dies betreffe neun stillgelegte Zechen im Ruhrgebiet und vier weitere Standorte im Saarland, so Eickhoff.

Entsprechend lobte auch Energieminister Garrelt Duin den Modellcharakter der Anlage. Er habe "die klare Hoffnung, dass diesem Pilotprojekt viele weitere Vorhaben folgen werden". Er sei optimistisch, dass sich die Technologie auch international vermarkten lasse. Für Folgeprojekte in Nordrhein-Westfalen kündigte er die Unterstützung der Landesregierung an. - lnw

Quelle: wa.de

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