Große regionale Unterschiede bei Kaiserschnitt-Zahlen

GÜTERSLOH - Die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts hängt bei Geburten in Nordrhein-Westfalen stark von der Region ab. Ebenso wie bundesweit sei die Quote von Kreis zu Kreis sehr unterschiedlich, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der Bertelsmann Stiftung.

Während zum Beispiel im Rhein-Sieg-Kreis nur knapp 24 Prozent der Mütter eine Kaiserschnitt-Geburt haben, sei die Rate in Olpe mit 43 Prozent nahezu doppelt so hoch, heißt es im "Faktencheck Gesundheit". Die Rate im Rhein-Sieg-Kreis sei seit 2007 nur um zwei Prozentpunkte gestiegen, während sie in Olpe um acht Prozentpunkte wuchs.

Die Gründe für diese regionalen Unterschiede sehen die Autoren der Analyse vor allem in unterschiedlichen Risikobewertungen der Geburtshelfer in den einzelnen Regionen. Andere bisher häufig genannte Begründungen, wie das steigende Alter der Mütter schienen dagegen nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Im Kreis Olpe liege der Anteil der Kaiserschnitte für Mütter unter 20 Jahren bei 45 Prozent. Im Rhein-Sieg-Kreis würden dagegen nur 16 Prozent der Frauen im Alter unter 20 per Kaiserschnitt entbunden.

In Deutschland kommt mittlerweile jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt auf die Welt - Tendenz steigend. Vor 20 Jahren lag der Anteil der Kaiserschnittgeburten erst halb so hoch, nämlich bei 16,2 Prozent. Auch unter den Bundesländern gibt es Unterschiede: Während in Sachsen nur 23 Prozent der Kinder im Jahr 2010 per Kaiserschnitt entbunden werden, sind es in NRW 32 Prozent gewesen.

"Es gibt selbstverständlich Situationen, in denen ein Kaiserschnitt unumgänglich ist, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen", sagte Professor Petra Kolip, Gesundheitswissenschaftlerin und Mitautorin der Studie. In Risikosituationen wie Beckenendlage, Zwillingsgeburt oder einem vorherigen Kaiserschnitt, werde sehr häufig ein Kaiserschnitt gemacht, auch wenn eine natürliche Geburt im Prinzip möglich sei. - lnw

Quelle: wa.de

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