Bombenfund in Köln: Am Mittwoch Evakuierung von 20.000 Menschen

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Am Mittwoch soll in Köln eine gefundene Weltkriegsbombe entschärft werden. Hierfür müssen 20.000 Menschen evakuiert werden.

Köln - Nach einem Bombenfund am Rhein steht die Stadt Köln vor der größten Evakuierung ihrer Nachkriegsgeschichte. Rund 20 000 Menschen müssen am Mittwoch ihre Wohnungen für die Entschärfung des 20 Zentner schweren Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg verlassen.

Große Bereiche der Stadtteile Riehl und Mülheim sollen evakuiert werden. Das Gebiet, das geräumt wird, hat einen Radius von einem Kilometer rund um den Fundort der Bombe. Betroffen sind auch 1300 Bewohner eines Senioren- und Behindertenzentrums.

Sie werden vorübergehend in Krankenhäuser und in einem extra hergerichteten Bereich auf dem Messegelände untergebracht. Schulen, die in dem Gebiet liegen, bleiben geschlossen, ebenso der Zoo.

Entschärfung für Mittwochnachmittag geplant

Die Bombe solle voraussichtlich am Nachmittag entschärft werden, sagte ein Sprecher der Stadt. In dieser Zeit werden die Mülheimer Brücke und umliegende Straßen vorübergehend gesperrt. Auch der Schiffs- und Flugverkehr werden in dem Bereich zeitweise eingestellt.

Der Blindgänger war am Freitag bei Vorbereitungen für den Bau einer Fernwärmeleitung entdeckt worden. Die Bombe - ersten Erkenntnissen zufolge amerikanischer Bauart - lag rund fünf Meter unter der Erde und sollte am Dienstag freigelegt werden.

Immer wieder Blindgänger-Funde in NRW

Immer wieder müssen Experten der Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen ausrücken, um Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Köln ist besonders häufig betroffen. Am Mittwoch steht die größte Evakuierung in der Nachkriegsgeschichte der Domstadt an.

Wo sorgten Blindgänger noch für Aufregung? - Im Juli 2014 werden auf dem Gelände der Kölner Universität zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Teile der Universität und das angrenzende Wohngebäude werden evakuiert. Etwa 6000 Studenten, Uni-Mitarbeiter sowie Anwohner sind betroffen. Köln schon mehrfach Bombenfundort

Köln bereits mehrfach Bombenfundort

Ebenfalls im Juli müssen in Köln 10 000 Menschen evakuiert werden, als auf den Rheinwiesen eine 20 Zentner schwere Bombe entschärft wird. Auch die 1300 Bewohner eines Senioren- und Pflegezentrums sind betroffen, außerdem eine Jugendherberge und das höchste Wohnhaus Deutschlands.

Nur eine gute Woche später wird eine Zehn-Zentner-Bombe auf dem Grundstück eines Seniorenzentrums im Kölner Stadtteil Riehl entschärft. 7800 Menschen im Radius von 400 Metern müssen ihre Wohnung verlassen, darunter erneut die Bewohner des Seniorenzentrums.

Ende November 2014 wird in Dortmund eine mit 1,5 Tonnen Sprengstoff gefüllte Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Knapp 17 000 Menschen werden in Sicherheit gebracht.

Weltkriegsbomben sogar auf Flughafengelände

Im Oktober 2014 wird in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Für die Entschärfung der zehn Zentner schweren Bombe müssen der Flughafenbahnhof, die Autobahn 44 und die Bahnstrecke von Düsseldorf nach Duisburg gesperrt werden. 4000 Anwohner müssen ihre Häuser verlassen.

Ende August 2014 werden in Herne wegen zwei Bombenentschärfungen 10 000 Menschen evakuiert. Die Autobahnen 42 und 43 sowie der Hauptbahnhof Wanne-Eickel werden gesperrt. Bei den beiden Blindgängern handelt es sich um eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine mit besonders hoher Sprengkraft und eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe. - dpa

Quelle: wa.de

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