"Wichtigstes Thema" in NRW

Gesetzentwurf bringt Inklusion an Schulen voran

DÜSSELDORF - Die Inklusion in den Schulen schreitet voran. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hat mit einem Referentenentwurf zur Änderung des Schulgesetzes den „Prozess“ für mehr Behinderte in Schulen in Gang gesetzt. Das neue Gesetz soll im August 2013 in Kraft treten.

Löhrmann will das Inklusionsgebot „behutsam und schrittweise“ umsetzen, damit Schüler mit und ohne Behinderungen künftig noch stärker gemeinsam in den Schulen lernen können. Das nach ihren Worten „wichtigste Thema“ der Legislaturperiode soll „am Elternwillen orientiert“ umgesetzt werden.

Ab dem kommenden Schuljahr sollen behinderte Kinder zunächst einen Rechtsanspruch zum Besuch der Klassen 1 und 5 haben. Der Gang auf eine Regelschule wird aber nicht vorgeschrieben. Wie viele Eltern und Schüler tatsächlich das erweiterte Angebot nutzen werden, kann die Ministerin noch nicht abschätzen.

Förderschulen mit bestimmten Schwerpunkten soll es weiter geben. Kinder mit Handicaps, so Ministerin Löhrmann, hätten „ein Recht auf einen Platz in der Schule, aber nicht in jeder Schule“.

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Inklusionsanspruch für behinderte Schüler in Klassen 1 und 5

Gleichwohl ist in 1000 von 3000 Grundschulen sowie in 700 von 2000 weiterführenden Schulen in NRW ein gemeinsames Lernen mit Unterstützung von Sonderpädagogen bereits möglich. Ein Viertel der Schüler mit Behinderungen besuche allgemeine Schulen – mit Vorteilen für alle, so Löhrmann: „Kinder, die in allgemeinen Schulen mitlernen, lernen einfach mehr.“ „Bildungshungrige Eltern“ müssten keine Befürchtungen wegen Unterforderung haben. Andererseits hätten Kinder mit Behinderungen künftig die Chance, „überhaupt einen Abschluss zu schaffen und nicht perspektivlos aus der Schule entlassen zu werden“.

Das Land hat bereits für etwa 37000 Lehrer Fortbildungsangebote gemacht, wobei die Qualifikation für das Sonderpädagogische Lehramt berufsbegleitend erworben werden kann. Bis 2018 wird diese Ausbildungsform angeboten, um den Mangel an Sonderpädagogen zu beheben. Mittelfristig müsse die Lehrerausbildung reformiert werden, sagt die Ministerin. Eine durchgängige Doppelbesetzung in den Klassen mit Lehrern und pädagogischen Begleitkräften – wie von Berufsverbänden gewünscht – sei auch aus finanziellen Gründen nicht möglich. Je nach Schülerzahl und Anteil an Kindern mit Handicaps werde es aber zusätzliche personelle Unterstützung geben, verspricht Sylvia Löhrmann: „Entscheidend ist, dass sich der Unterricht grundlegend wandelt.“ - Robert Vornholt

Was Inklusion bedeutet:

Kinder mit und ohne Behinderungen sollen in einem inklusiven Schulsystem gemeinsam lernen können. Grundlage dafür ist der Landtagsbeschluss vom 1. Dezember 2010 von CDU, SPD und Grünen. Ab dem Schuljahr 2013/2014 haben Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer allgemeinbildenden Schule. Der Entwurf des Schulgesetzes soll am 1. August 2013 in Kraft treten. - vor

Quelle: wa.de

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