Gelübde macht Dorf in Ostwestfalen zur karnevalsfreien Zone

BEVERUNGEN - Ein uraltes Gelübde macht einen kleinen Ort in Ostwestfalen seit fast 150 Jahren zur karnevalsfreien Zone. Es war zur Zeit der Cholera um 1870, als die Gemeinde Dalhausen schwor, an den närrischen Tagen nie wieder zu feiern und sich zu verkleiden.

Die Cholera verschwand danach. Seither halten die knapp 2000 Dorfbewohner ihr Wort - und sich aus dem jecken Treiben komplett heraus.

In dem Gelübde des Stadtteils von Beverungen aus dem Jahr 1868 heißt es: "Nimmermehr soll in der hiesigen Gemeinde in den Fastnachtstagen Tanzlustbarkeit stattfinden." So veranstalten die Bewohner von Dalhausen bis heute weder Rosenmontagszug noch Narrenfeste, um der Opfer der heimtückischen Epidemie zu gedenken. Ein Drittel der Dorfbewohner war damals an der Krankheit gestorben.

"Bei uns läuten die Glocken, während anderswo Karneval gefeiert wird", sagte Ortsheimatpfleger Manfred Dierkes. "Hier werden am Montag und am Dienstag Stundengebete abgehalten."

Wer es doch nicht ganz ohne Kostüm und Kamelle aushält, darf aber Umzüge und Partys in den Nachbarorten besuchen: "Die Stadt Beverungen ist eine Karnevalshochburg. Da dürfen unsere Dalhausener natürlich hingehen", sagte Heimatpfleger Dierkes. - lnw

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare