Wiblingwerder erwischt Insekt 

Gefährliche Tigermücke: Schwirrt sie durch heimische Gärten?

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Diese Mücke hat ein Wiblingwerder in seinem Garten gefunden.

NRW – Ein Mann aus Wiblingwerde hat in seinem  Garten eine besondere Mücke erwischt. Sein Verdacht: Es handelt sich um die asiatische Tigermücke. Die Tigermücke überträgt gefährliche Krankheiten.

Der Mann aus Wiblingwerde hat einen Verdacht: Es könnte sich bei dem Insekt, das er in seinem Garten gefangen hat, um die asiatische Tigermücke handeln. Die in den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen beheimatete Stechmückenart gilt als Überträger gefährlicher Krankheitserreger. Eine Infektion, zum Beispiel mit dem Dengue-Fieber, kann tödlich enden. 

Keine Meldepflicht in NRW

In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Insekt durch Warentransporte und Reisende weltweit verschleppt. Seit den 1990er Jahren verbreitet sie sich auch in Europa. Taucht eine asiatische Tigermücke in Baden-Württemberg auf, muss das behördlich gemeldet werden.

„In Nordrhein-Westfalen ist das nicht so“, sagt Michael Buschkämper, Fachdienstleiter beim Gesundheitsamt des Märkischen Kreises. Ein grundsätzliches Problem sei „die große Verwechselungsgefahr“ der asiatischen Tigermücke mit der asiatischen Buschmücke, die eine ähnliche Musterung am Körper und an den Beinen aufweist, erläutert Buschkämper, zuständig für Gesundheitsschutz und Umweltmedizin. Jedoch ist auch die Buschmücke nicht ungefährlich. Auch sie kann Viren übertragen, zum Beispiel für dass West-Nil-Fieber oder eine Gehirnentzündung. 

Insekt breitet sich aus

Natürlich „ist es grundsätzlich denkbar, dass ein Exemplar der Tigermücke als blinder Passagier im Koffer eines Asien-Touristen ins Sauerland eingereist ist“, sagt Buschkämper. Denn mittlerweile gibt es sie auch in Deutschland. Das zeigen Internetseiten wie mueckenatlas.com. Dieses Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und dem Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. 

Gefährliche Mückenarten breiten sich in Deutschland aus

Erstmals wurde die Tigermücke Ende September 2007 in Baden-Württemberg entdeckt. Gefährlich kann der Stich einer Tigermücke werden, wenn das Tier mit Krankheitserregern infiziert ist, mehr als 20 Virusarten überträgt es. Dazu gehört das Denguefieber – eine Krankheit, die für gesundheitlich geschwächte Menschen tödlich enden kann.

950 Fälle von Dengue-Fieber

Tritt eine solche Infektion auf, besteht nach Angaben von Michael Buschkämper sehr wohl eine Meldepflicht. Bislang gibt es weder Medikamente noch eine Impfung gegen das Denguefieber. Im Jahr 2016 wurden dem Robert-Koch-Institut mehr als 950 Fälle von Denguefieber in Deutschland gemeldet – so viele wie nie zuvor. 

Wegen Hubschrauber-Panne: Deutschland droht Stechmücken-Plage

Bisher hätten sich die Betroffenen allerdings offenbar im Ausland infiziert, nicht durch einen Stich der Tigermücke. Das Bundesgesundheitsamt macht in diesem Zusammenhang auf einen wesentlichen Umstand aufmerksam: Eine Übertragung von Krankheitserregern durch diese Mücke sei nur möglich, wenn die Insekten in ausreichender Zahl zeitgleich dort auftreten, wo sich infizierte Personen aufhalten. 

Zudem spielen klimatische Bedingungen eine Rolle für die Entwicklung sowohl der Stechmücke als auch des Erregers. Die asiatische Tigermücke fühlt sich in mildem, feuchtem Klima wohl. 

Was tun bei Verdacht auf Tigermücke? Einfrieren!

Um sicherzugehen, ob es die Tigermücke ist, die in dem Wiblingwerder Garten aufgetaucht ist, gibt Buschkämper dem Finder, der namentlich nicht genannt werden möchte, einen Tipp, der auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint: die Mücke in einer kleinen Box aufbewahren und für zwölf Stunden ins Gefrierfach legen

Auf der Webseite mückenatlas.com heißt es: „Legen Sie das Gefäß über Nacht in das Gefrierfach, um die Mücke zu töten. Falls sich Flüssigkeit niedergeschlagen hat, lassen Sie es mit der toten Mücke eine Zeit offen stehen, bis die Feuchtigkeit verdunstet ist.“ 

Einsenden kann man das Insekt dann zur Bestimmung an das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V., “Mückenatlas”, Eberswalder Straße 84, 15374 Müncheberg.

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Quelle: wa.de

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