Gedenken an Pogromnacht - Demonstrationen überwiegend friedlich

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Nihct nur in NRW gab es Demos: In Berlin machten sich Bischof Markus Dröge (vorn 4.v.l.-r), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Erzbischof Rainer Maria Woelki und der Präsident des Berliner Abgeodnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), gemeinsam zu einem Schweigemarsch auf. Zahlreiche Teilnehmer nahmen an dem Gedenkweg zur Erinnerung an die Pogromnacht am 9. November 1938 teil.

ESSEN/DUISBURG - In mehreren nordrhein-westfälischen Städten haben Menschen am Samstag der Opfer der Pogromnacht vor 75 Jahren gedacht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatten Nationalsozialisten auch in Nordrhein-Westfalen Synagogen niedergebrannt, jüdische Geschäfte zerstört und Juden verhaftet.

Bei einer Kundgebung in Essen appellierte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD), Frieden und Freiheit zu verteidigen: "Wir dürfen nicht zulassen, dass Misstrauen, Angst, Intoleranz und Vorurteile unser Leben, unser Miteinander und unser Gemeinwesen bestimmen."

Gleichzeitig nutzten Rechtsextremisten den Jahrestag für Aufmärsche. In Duisburg kam es zu kleineren Rangeleien zwischen Linksautonomen und Polizisten, als etwa 350 Menschen gegen zwei Veranstaltung der rechten Splitterpartei Pro NRW demonstrierten. Einige vermummte Linksautonome hätten versucht, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, teilte die Polizei Duisburg mit. Die Rechtsextremisten hatten am Freitagabend in letzter Minute grünes Licht vom Bundesverfassungsgericht erhalten.

In Essen versammelten sich nach Polizeiangaben rund 150 Demonstranten, um friedlich gegen eine NPD-Kundgebung zu protestieren. Die rund 40 Rechten hätten sich ruhig verhalten, sagte ein Polizeisprecher in Essen. Justizminister Kutschaty rief die Teilnehmer der Gegendemonstration auf, geistigen Brandstiftern und dumpfen Parolen entschlossen entgegenzutreten. "Dass 75 Jahre nach den Novemberpogromen Faschisten aufmarschieren, ist so unerträglich wie beschämend", sagte er. "Es wird Zeit für ein NPD-Verbot."

Die Reichspogromnacht markiert den Beginn der organisierten Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Landes NRW am Sonntag im Düsseldorfer Landtag sollte auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sprechen. - lnw

Quelle: wa.de

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