Gastronomen wollen Gastro-Ampel abschalten

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Die Mehrheit der Gastro-Betriebe liegt im grünen Bereich.

DÜSSELDORF - Gastronomen klagen gegen die "Gastro-Ampel". Sie sehen sich durch die Veröffentlichung der Ergebnisse von Hygienekontrollen an den Pranger gestellt. An diesem Freitag soll der Streit vor Gericht verhandelt und ein Urteil verkündet werden.

Gastronomen aus Duisburg wollen die von Verbraucherschützern im Internet präsentierte "Gastro-Ampel" abschalten. Sie wehren sich vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht gegen die Weitergabe von Daten durch die Stadt Duisburg an die Verbraucherzentrale NRW. Das Gericht will an diesem Freitag mehrere Klagen Duisburger Gastronomen verhandeln. Es wird mit einem Urteil gerechnet.

Die Stadt Duisburg gibt Ergebnisse ihrer Lebensmittelkontrollen in Form von Punktebewertungen an die Verbraucherzentrale NRW weiter. Die hat daraus eine "Gastro-Ampel" geschaffen, über die sich Gäste vorab auch per App ein Bild über die Sauberkeit der Restaurantküche verschaffen können. Bislang wurden nur die Daten von Gastronomiebetrieben weitergegeben, die sich nicht dagegen gewehrt haben.

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Duisburg und Bielefeld sind Vorreiter für das landesweit geplante Gastro-Kontrollbarometer. Restaurants, Hotels, Cafés, Eisdielen und Imbissbetriebe müssen sich bei Betriebskontrollen regelmäßig hinter die Kulissen gucken lassen. Neu ist die Veröffentlichung der Ergebnisse. Das NRW-Verbraucherschutzministerium förderte das Projekt der Verbraucherzentrale NRW mit rund 180 000 Euro. In Duisburg wurden bislang 770 Betriebe erfasst, in Bielefeld 500.

Bei einer Zwischenbilanz im Januar hatten bereits 25 000 Nutzer die "Gastro-Ampel"-App heruntergeladen. Mit Hilfe der Ampelfarben grün, gelb und rot werden die Ergebnisse dargestellt. Weit mehr als 90 Prozent der Betriebe kamen in den grünen Bereich: Sie erfüllten die Hygiene-Anforderungen voll oder zeigten nur geringe Mängel.

16 Gaststätten in Bielefeld sowie 59 in Duisburg wurden gelb eingestuft. Rote Karten wegen schwerwiegender Mängel gab es für zwei Betriebe in Bielefeld und einen in Duisburg. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte kritisiert, die Gastro-Ampel sei irreführend und stelle Gastronomen zu Unrecht an den Pranger. Die Daten seien oft mehrere Monate alt. Die Ampel unterscheide nicht zwischen Hygiene-Mängeln, formalen Fehlern des Gastwirts oder Baumängeln. - lnw

Quelle: wa.de

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