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Galeria Karstadt Kaufhof: Mehr als 40 Filialen droht die Schließung

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Galeria Karstadt Kaufhof steckt in der Krise. Der Warenhaus-Konzern hat Schutzschirm-Insolvenz beantragt. Viele Standorte stehen vor dem Aus, auch in NRW?

Essen - Galeria Karstadt Kaufhof steckt seit langer Zeit in der Krise. Jetzt sucht Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern wieder Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Das teilte ein Unternehmenssprecher am Montag in Essen (NRW) mit. Auf den Handelsriesen kommt damit die Schließung vieler weiterer Filialen zu. Die Rede ist von jedem dritten Standort, also etwas über 40.

KonzernGaleria Karstadt Kaufhof
SitzEssen (NRW)
Gründung1881 in Wismar

Galeria Karstadt Kaufhof: Viele Standorte vor Aus - Schutzschirm-Insolvenz beantragt

Galeria-Chef Miguel Müllenbach sagte der FAZ, das Filialnetz müsse im Zuge des Schutzschirmverfahrens „um mindestens ein Drittel reduziert werden“. Betriebsbedingte Kündigungen seien unvermeidbar. Der Konzern betreibt derzeit mit 17.000 Mitarbeitern im Moment noch 131 Warenhäuser in 97 deutschen Städten.

Es ist das zweite Mal innerhalb von weniger als zwei Jahren, dass der aus dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof entstandene Warenhauskonzern den Weg zum Insolvenzgericht antreten muss. Denn bereits während des ersten Corona-Lockdowns im April 2020 hatte das Unternehmen Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Das Insolvenzverfahren dauerte damals bis Ende September.

Damit verbunden waren harte Einschnitte: Die Schließung von rund 40 Filialen, der Abbau von rund 4000 Stellen und die Streichung von mehr zwei Milliarden Euro Schulden sollten dem Unternehmen einen Neustart ermöglichen.

Galeria Karstadt Kaufhof: Schon 2020 viele Filial-Schließungen, auch in NRW

Auch viele Standorte in Nordrhein-Westfalen - etwa in Hamm, wo nach dem Filial-Aus Wut und Trauer herrschten - waren betroffen: Bonn (Karstadt), Brühl (Galeria Kaufhof), Dortmund (G), Düsseldorf/Schadowstraße (K), Düsseldorf/Am Wehrhahn (G), Essen (G), Essen (K), Gummersbach (K), Gütersloh (K), Hamm (G), Iserlohn (K), Köln-Weiden (G), Mönchengladbach-Rheydt (K), Neuss (G) und Witten (G).

Doch die Hoffnung, dass der Konzern danach von vielen Altlasten befreit erfolgreich durchstarten könnte, erfüllte sich nicht.
Im Gegenteil: Anfang 2021 und Anfang 2022 musste der geschrumpfte Handelsriese angesichts der Pandemie um staatliche Unterstützung bitten. Insgesamt griff der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) dem Traditionsunternehmen in zwei Hilfsaktionen mit 680 Millionen Euro unter die Arme.

Galeria Karstadt Kaufhof: Konzern benötigt 200 Millionen Euro

Schon in den vergangenen Tagen zeichnete sich ab, dass auch das nicht ausgereicht hat, dem Konzern die nötige Stabilität zu geben, um die durch den Ukrainekrieg und die Inflation ausgelöste Konsumflaute zu überstehen. In einem Mitarbeiterbrief warnte Müllenbach vor wenigen Wochen, Galeria befinde sich aufgrund der explodierenden Energiepreise und der Konsumflaute „in bedrohlicher Lage“. Der Konzern brauche frisches Geld, um weitermachen zu können. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur benötigte der Konzern mehr als 200 Millionen Euro.

Weitere Staatshilfen waren jedoch umstritten. Kritiker halten das Geschäftsmodell für überholt, bemängeln eine mit den Hilfen verbundene Wettbewerbsverzerrung oder sehen den Galeria-Eigentümer, den österreichischen Immobilienmilliardär René Benko, in der Pflicht. Befürworter von Staatshilfen verwiesen auf die große Bedeutung der Warenhäuser für die Attraktivität vieler Innenstädte. (mit dpa)

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