Fußballpläne für Katar 2022

WM und Weihnachtsmarkt - Absurd oder reizvoll?

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NRW - Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt? Was für die Betreiber der Märkte durchaus denkbar ist, finden Fußballfans eher absurd. Die Brauereien sind sich nicht einig, ob die winterliche WM ein Nachteil für den Bierabsatz ist.

Public Viewing mit Glühwein statt Bier: Das klingt zwar befremdlich, könnte aber 2022 Wahrheit werden. Denn auf die für den Winter angesetzte Fußball-WM in Katar freuen sich besonders die Weihnachtsmärkte in NRW. Sie rechnen nicht mit Einbußen, weil die Fans lieber in der Kneipe Fußball gucken statt auf dem Weihnachtsmarkt kandierte Mandeln zu essen. "Das können wir doch nutzen, das ist kein Nachteil", sagt Verena Winkelhaus, die Geschäftsführerin vom Veranstalter des Dortmunder Weihnachtsmarkts. Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt wäre für sie durchaus eine Alternative.

In Düsseldorf ist man davon ebenfalls überzeugt: "Fußball bei Zimt und Mandelduft, das ist doch noch viel mehr ein Grund, auf den Düsseldorfer Weihnachtsmarkt zu kommen", erklärt Roman von der Wiesche von Düsseldorf Marketing & Tourismus, dem aktuellen Weihnachtsmarktveranstalter der Stadt. Er glaubt an ein ganz neues Sporterlebnis und sieht in der weihnachtlichen Fußball-WM auch eine Chance.

Diese Meinung teilt Tom Roeder allerdings nicht. Er ist Betreuer des Fan Clubs Nationalmannschaft für das Rheinland. "Fußballgucken zwischen Weihnachtsmännern und Tannenbäumen mit einem Glühwein in der Hand - das passt einfach nicht", sagt er. Roeder vermutet, dass sich die Fußballfans die Spiele eher zu Hause anschauen werden. "Bei Regen und Kälte, da hat man keine Lust auf Public Viewing unter freiem Himmel."

Brauereien sind unglücklich

Bei der Veltins-Brauerei im Sauerland hat man ähnliche Befürchtungen. Pressesprecher Ulrich Biene bedauert die Entscheidung, die WM in den Winter zu verlegen. "Es wird kein Wintermärchen geben." Während die Brauerei im Sommer 2014 noch von den Erfolgen der Nationalmannschaft profitiert hat, hält Biene eine solche Entwicklung während der winterlichen Spiele für unrealistisch. "An Weihnachten wird viel dezenter gefeiert", sagt er. Und das werde sich auch auf den Bierverkauf während der WM auswirken. Franz-Josef Weihrauch von der Krombacher Brauerei in Westfalen sieht das gelassener. "Wir haben da keine Befürchtungen, es gibt keinen Unterschied zu einer Veranstaltung im Sommer."

Schlechte Aussichten dagegen für Biergarten-Wirte. "Da, wo kein Dach drüber ist, wird auch nichts los sein", sagt Thorsten Hellwig vom Gaststättenverband Dehoga NRW. Er geht allerdings nicht davon aus, dass die Fans sich zum Fußballgucken in ihre Wohnzimmer verziehen werden. Da November und Dezember generell starke Monate in der Gastronomie seien, würden während der Winter-WM umso mehr Menschen in die Restaurants und Kneipen stürmen. Und egal, ob Sommer oder Winter, Hellwig findet: "Der wichtigste Erfolgsfaktor bleibt immer noch, wie weit die Deutschen kommen."

Quelle: wa.de

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