920-Millionen-Deal

Verkaufte Springer-Titel gehören jetzt Funke

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Die Funke Mediengruppe hat zum 1. Mai für 920 Millionen Euro wie vereinbart Zeitungen und Zeitschriften von Axel Springer übernommen.

DÜSSELDORF - Erst schleppte sich der Zeitungsverkauf von Springer an Funke neun Monate lang hin, dann ging alles ganz schnell. Nur zwei Tage nach dem grünen Licht der Kartellwächter setzen die Medienhäuser den 920-Millionen-Deal um.

Nach der Freigabe durch das Kartellamt hat die Funke Mediengruppe zum 1. Mai für 920 Millionen Euro wie vereinbart Zeitungen und Zeitschriften von Axel Springer übernommen. Damit werde die Transaktion abgeschlossen, hieß es in der Ankündigung der beiden Medienhäuser vom Mittwoch. Zugleich verkauft Funke acht Fernsehzeitschriften an die Mediengruppe Klambt und erfüllt damit die Auflagen des Bundeskartellamts vom Dienstag. Unabhängig davon beantragen Funke und Springer bei der Behörde, gemeinsame Unternehmen für die Vermarktung von Anzeigen und Printtiteln gründen zu dürfen.

Auch das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost gehören ab sofort zur Funke Mediengruppe.

Die Essener Funke-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung", "Gong") wird damit Eigentümerin von Tageszeitungen und Zeitschriften, die sie von Springer übernimmt ("Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt", "Bild der Frau", "Hörzu", "TV Digital"). Das Bundeskartellamt hatte zur Auflage gemacht, dass Funke drei eigene TV-Titel und fünf von Springer an Klambt verkaufen muss, damit weiterhin vier große Anbieter in diesem Segment auf dem Markt sind. Neben Funke und Klambt sind dies Bauer ("TV Hören und Sehen") und Burda ("TV Spielfilm").

Springer und Funke hatten die Übernahme im Juli 2013 vereinbart und wollten den Kauf eigentlich bis Ende vergangenen Jahres umgesetzt haben. Das Bundeskartellamt hatte in einem ersten Schritt aber zunächst nur für die Tageszeitungen und die Frauenzeitschriften die Genehmigung erteilt. Bei den Fernsehprogrammzeitschriften zog sich das Verfahren hin, weil die Kartellwächter verhindern wollten, dass sich das ohnehin schon existierende Oligopol aus vier Verlagen in diesem Segment auf drei verkleinerte.

Springer und Funke hatten deshalb Klambt ("Lea", "Welt der Frau") ins Spiel gebracht. Die Mediengruppe war zwar mit Zeitschriften in Segmenten wie Leute, Frauen oder Rätsel am Markt, aber nicht mit TV-Titeln. - dpa

Quelle: wa.de

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