Bewerber um CDU-Vorsitz sprach in Arnsberg

Friedrich Merz will als CDU-Vorsitzender Kramp-Karrenbauer mit „wichtigen Aufgaben“ betrauen

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Friedrich Merz war am Samstagvormittag Gastredner beim 47. Kreisparteitag des CDU-Kreisverbandes Hochsauerland.

Arnsberg - Friedrich Merz war am Samstagvormittag zu Gast auf dem 47. Kreisparteitag des CDU-Kreisverbandes Hochsauerland und sorgte damit für einen großen Medienauflauf in der Schützenhalle Arnsberg-Oeventrop. Dies war der erste offizielle Auftritt des Sauerländers nach Bekanntgabe seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz. Er verband ihn mit einer Botschaft an seine wohl ärgste Widersacherin im Rennen um den Parteivorsitz.

Der gebürtige Briloner Merz hatte bereits vor Monaten zugesagt, in Arnsberg zum Thema „Der Populismus und die Volksparteien“ zu referieren. Nach der offiziellen Begrüßung der 500 Delegierten und Gäste gab Matthias Kerkhoff, Landtagsabgeordneter der CDU, das Wort an den Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz. 

„Die CDU lebt von der Basis. Jetzt steht ihr ein Wechsel bevor. Seit 14 Tagen wissen wir, dass eine neue Wahl ansteht. Die CDU als Regierungspartei trägt die Verantwortung in Deutschland und in der Europäischen Union. Die Wahl des oder der neuen Vorsitzenden beim Bundesparteitag am 7. Dezember in Hamburg wird eine tiefe Zäsur in der Geschichte der CDU sein“, so Merz.

In seinem Gastvortrag sprach Merz, der am Sonntag seinen 63. Geburtstag feiert, von einem Einschnitt, der gleichzeitig aber auch eine Chance für die Zukunft darstelle. „Wir sind als CDU vom Populismus in Deutschland heraus gefordert. Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Bayern und Hessen sind keine Momentaufnahme sondern ein gegenwärtiger Bestandteil der Wählerschaft. Die Volkspartei der Mitte muss sich zur Mitte hin integrieren. 1990 hatte die CDU noch 800.000 Mitglieder, heute sind es nur noch 400.000“, so Merz.

Friedrich Merz beim CDU-Kreisparteitag in Arnsberg

„Nirgendwo in Europa haben die Christdemokraten die Stürme so gut überstanden wie in Deutschland. Gutes Benehmen zwischen der CDU und CSU sind jedoch dafür Voraussetzung. Man lässt in Deutschland einen Bundeskanzler nicht neben dem Rednerpult der CSU strammstehen; schon gar nicht wenn es eine Frau ist.“ 

Merz verspricht fairen Umgang mit Merkel

Friedrich Merz, der von den Delegierten für die Nachfolge von Parteichefin Angela Merkel nominiert wurde, versprach für den Fall seines Wahlsieges einen fairen, anständigen und loyalen Umgang mit der Bundeskanzlerin, trotz Meinungsverschiedenheiten in der Vergangenheit (Merz musst 2002 den Fraktionsvorsitz abgeben). Vielmehr betonte der Politiker, dass es weder eine „Abrechnung“ noch eine „Anti-Merkel-Kampagne“ sei.

„Das ist alles dummes Zeug. Wichtig ist es, mit einer neuen Mannschaft Antworten zu geben, denn wir tragen eine gemeinsame Verantwortung für dieses Land. Zunehmend erleben wir eine Radikalisierung der Sprache, offenen Rassismus in Deutschland und Europa und die Verbreitung von nationalsozialistischem Gedankengut. Es ist der Anspruch an uns selbst, die Wähler die zur AfD abgedriftet sind, zurückholen. Wir lassen uns nicht von kriminellen Machenschaften auf der Nase herumtanzen“, verdeutlichte Merz klar und deutlich. 

CDU muss sich modernisieren

Weiterhin sprach sich Friedrich Merz dafür aus, dass die CDU sich modernisieren und mit dem Trend des 21. Jahrhunderts gehen müsse und über eine Begrenzung der Amtszeiten von Bundeskanzler und Ministerpräsidenten nachzudenken sei. „Häufig gibt es nach einer Amtszeit etwas Neues im Land wodurch eine notwendige Veränderung mit neuen Gedanken und Ideen nötig ist. Wir als Partei müssen uns erklären und mitten in der Gesellschaft sein.

Familien wollen in einem geschützten Raum leben und Beruf mitsamt Familie vereinbaren. Darauf muss die CDU eine Antwort geben“, erklärte Merz. Zudem hob Merz in seinem Festvortrag die Wichtigkeit Deutschlands mit seinen rund 80 Millionen Einwohnern hervor: „Deutschland ist für die Welt zu klein und für Europa zu groß. Durch die Energiewende und Flüchtlingspolitik haben wir die europäischen Nachbarn überfahren. Wir brauchen eine Gemeinschaft in der EU. Daher sollten wir keine Entscheidungen mehr treffen, von denen die Nachbarn überrascht werden. Ökonomisch gesehen geht es uns gut. Wir feiern Exporterfolge, die auf einem künstlich geschwächten Euro basieren“, so der gebürtige Briloner. 

Nach seiner Festansprache stand Friedrich Merz den Delegierten, Gästen und der Presse Rede und Antwort. Er erklärte, dass er ein Befürworter eines Einwanderungsgesetzes für Deutschland sei, aber aus der Interessenlage von Deutschland heraus. Klar äußerte sich der CDU Politiker in Bezug auf eine Doppelspitze: „Nein auf gar keinen Fall bin ich dafür. Ich hoffe aber im Falle meiner Wahl, dass Annegret Kramp-Karrenbauer wichtige Aufgaben an der Spitze weiter wahrnimmt.“

Quelle: wa.de

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