Frauenmörder aus Hamm tötet nach 19 Jahren wieder

HAMM/BOTTROP - 20 Jahre nach dem Sexualmord an einem 17-jährigen Mädchen in Ostwennemar ist der heute 45-jährige Täter in Bottrop rückfällig geworden und im Dezember zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Von Frank Lahme  

Ein Sprecher des Landgerichts Essen bestätigte am Donnerstag einen Hinweis an die Redaktion, dass der Frauenmörder aus Hamm stammt, wo er 1992 seiner erste Tat verübte.

„Mord an Erlenbachschule – 17-Jährige wurde Opfer von Sexualtäter“ lautete am 21. April 1992, dem Dienstag nach Ostern, die Schlagzeile im Westfälischen Anzeiger. Passanten hatten die Leiche des in der Nähe der Schule wohnenden Mädchens am Sonntag um 7 Uhr neben dem Sportplatz gefunden. Ein 24-jähriger arbeitsloser Bauarbeiter aus Werries gestand unter dem Eindruck erdrückender Zeugenaussagen und Indizienbeweise, die 17-Jährige überfallen, vergewaltigt und ermordet zu haben.

Am 17. März 1993 endete der Prozess gegen den aus Werries stammenden Mann nach fünf Verhandlungstagen. 15 Jahre Haft wegen Mordes lautete das Urteil; dass es keine lebenslängliche Strafe wurde, lag an dem Alkoholspiegel, der sich schuldmildernd auswirkte.

Bis zum letzten Tag verbüßte der Mädchenmörder seine Haftstrafe. Zuletzt saß er in Werl ein und wurde dort am 13. September 2007 entlassen. Im Januar 2011 wohnte er in einem Mehrfamilienhaus in Bottrop und war arbeitslos. Die Mutter seines nächsten Opfers fand ihre 34-jährige Tochter Mitte Januar tot in ihrer Wohnung. Äußere Gewalteinwirkung im Halsbereich wurden auch in diesem Fall als Todesursache festgestellt. Die Suche nach dem Täter gestaltete sich jedoch als schwierig. „Wir wussten natürlich von seinen erheblichen Vorstrafen, aber wir hatten keinerlei Anhaltspunkte“, erinnerte sich am Donnerstag einer der ermittelnden Staatsanwälte. Überführt wurde der heute 45-jährige Hammer anhand von DNA-Spuren.

Im Dezember 2011 wurde ihm vor dem Essener Landgericht der Prozess gemacht. Der Angeklagte schwieg bis zum Schluss, so dass die Motive der Tat bis heute unbekannt geblieben sind. 14 Jahre Haft lautet am Ende das Urteil. Der Hammer wurde aber nicht in ein Gefängnis, sondern in eine geschlossene Psychiatrie eingeliefert. Theoretisch ist es möglich, dass er über die 14 Jahre hinaus dort verbleibt.

Wir berichten heute ausführlich im Westfälischen Anzeiger.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare