Frauenmangel bei NRW-Piraten: Nur Männer kandidieren für Vorsitz

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Männliche Piraten sind nicht nur auf der Leinwand klar in der Überzahl...

DÜSSELDORF - Wenn die nordrhein-westfälische Piratenpartei am Wochenende ihren neuen Vorsitzenden bestimmt, steht keine einzige Frau zur Wahl. Für den Chefposten haben sich neun Piraten beworben - nur Männer.

Und auch unter den Kandidaten für den 2. Vorsitz findet sich gerade einmal eine Frau. Wieso Frauen besonders in Spitzenpositionen bei den Piraten immer noch Mangelware sind, erklärt der NRW-Vorsitzende Michele Marsching vor dem Landesparteitag im Interview mit dpa.

Wie kommt es, dass sich keine einzige Piratin um den Landesvorsitz bewirbt?

Die Abgeordneten der Piratenpartei Joachim Paul (rechts) und Michele Marsching im Landtag.

Marsching: "Das ist eine gute Frage. Das kann daran liegen, dass es keine Frauen gibt, die genug Freizeit für das Amt aufbringen können. Es gibt eine Kandidatin für den 2. Vorsitz, die extra gefragt hat, was für einen Stundenaufwand in der Woche der Vorsitz mit sich bringen würde. Da habe ich ehrlich zu ihr gesagt, wie viele Stunden das sein können. Daraufhin hat sie auf die Kandidatur verzichtet. Ich gehe also davon aus, dass das ein Grund sein könnte."

Wieso ist Ihre Partei für Frauen anscheinend so wenig attraktiv?

Marsching: "Wir sind natürlich über die Technik gewachsen und auch leider als Technik- und Nerdpartei durch die Medien gegangen - auch wenn das lange nicht mehr so ist. Generell ist es ja so, dass Frauen in der Politik unterrepräsentiert sind. Aber wir bemühen uns sehr, Frauen ins Boot zu holen und zu zeigen, dass wir eben nicht mehr nur noch die Technikpartei sind. Das passiert im Moment, es passiert langsam, aber stetig."

Welche Pläne gibt es, dem Frauenmangel entgegenzusteuern?

Marsching: "Vor allen Dingen geht es darum, unsere Stammtische attraktiver zu machen, zu zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, mitzumachen, dass es einfach darum geht, zu diskutieren und zu Lösungen zu kommen. Das gilt nicht nur für Frauen, sondern in gleichem Maße für ältere Mitglieder, die auch oft denken: Diese jungen, langhaarigen Nerds, bei denen kann ich ja gar nicht mitmachen. Also geht es darum, zu zeigen, dass man zum Beispiel bei unserer Sprachkonferenz-Software Mumble sehr leicht auch nicht-technikaffine Frauen einbinden kann." - lnw

Quelle: wa.de

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